In sechs Jahren wurden in Nigeria 30 Tausend Christen getötet
Karte von Nigeria. Foto: Getty/iStock
In Nigeria sind in den letzten sechs Jahren nahezu 30.000 Christen von Gewalt betroffen worden. Das geht aus einem neuen Bericht der afrikanischen Organisation Observatory for Religious Freedom in Africa (ORFA) hervor, der der Analyse von Tötungen und Entführungen der Zivilbevölkerung im Zeitraum von Oktober 2019 bis September 2025 gewidmet ist, wie Christian Today meldet.
Der Untersuchung zufolge wurden im Berichtszeitraum 28.551 Christen und 13.224 Muslime getötet. Unter Berücksichtigung der Größe der Religionsgemeinschaften in den betroffenen Regionen lag die Sterberate unter Christen etwa 4,4-mal so hoch wie unter Muslimen. Insgesamt starben in sechs Jahren im Land 79.323 Menschen, davon mehr als 42.000 Zivilpersonen.
Die Autoren des Berichts bringen den Großteil der Überfälle mit bewaffneten Gruppierungen radikalisierter Fulani-Hirten in Verbindung, denen 44 % aller Tötungen von Zivilisten zugeschrieben werden. Im Bericht wird zudem festgestellt, dass christliche Bauerngemeinschaften besonders häufig zum Ziel von Überfällen werden, die mit Tötungen, Entführungen, sexueller Gewalt und der Zerstörung von Häusern einhergehen.
ORFA registrierte außerdem 34.773 Entführungsfälle. Den Forschern zufolge werden christliche Geiseln nicht selten grausamer behandelt, für deren Freilassung höhere Lösegelder gefordert, und christliche Frauen und Mädchen werden häufiger Opfer von Zwangsbekehrung zu einer anderen Religion, sexueller Gewalt und Zwangsehen.
Nach Abschluss der Untersuchung riefen die Autoren die internationale Gemeinschaft dazu auf, dem Schutz der Religionsfreiheit in Nigeria mehr Aufmerksamkeit zu schenken, den Druck auf die Behörden des Landes zur Unterbindung der Gewalt und zur Bekämpfung der Straflosigkeit der Schuldigen zu verstärken sowie die Hilfe für die Opfer religiös motivierter Überfälle auszuweiten.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass in Münster die erste islamische Fakultät Westeuropas eröffnet worden sei.
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