Athos-Kloster Hilandar beging Gründungsfest mit traditioneller Grabwache

Die traditionelle Ehrenwache der „Hüter des Grabes Christi“ aus Batajnica begleitet seit 13 Jahren die Vidovdan-Feierlichkeiten im serbisch-orthodoxen Kloster Hilandar auf dem Berg Athos. Foto: Kloster

Das serbisch-orthodoxe Kloster Hilandar auf dem Berg Athos hat seine Kloster-Slava zu Ehren des Heiligen Großmärtyrers Fürst Lazar feierlich begangen. Die Gottesdienste zum Vidovdan am 28. Juni 2026 wurden von den traditionellen „Hütern des Grabes Christi“ aus Batajnica begleitet, die einen jahrhundertealten orthodoxen Brauch aus der dalmatinischen Stadt Vrlika pflegen, wie das Kloster auf seiner Facebook-Seite berichtete.

Die Feierlichkeiten begannen mit einer nächtlichen Vigil und erreichten ihren Höhepunkt am Sonntag in der Göttlichen Liturgie in der Klosterkirche von Hilandar. Anschließend versammelten sich Mönche, Pilger und Gäste zu einem festlichen Mahl im Refektorium des Klosters.

Seit inzwischen 13 Jahren bereichern Mitglieder der Vereinigung „Hüter des Grabes Christi“ aus Batajnica die Vidovdan-Feierlichkeiten mit ihrer traditionellen Ehrenwache und verleihen den nächtlichen Gottesdiensten auf dem Athos eine besondere Atmosphäre.

Die Grabwache ist ein außergewöhnlicher orthodoxer Brauch, der nach kirchlicher Überlieferung nur in Jerusalem sowie in der norddalmatinischen Stadt Vrlika bezeugt ist. Seine Ursprünge sind nicht schriftlich dokumentiert, reichen mündlichen Überlieferungen zufolge jedoch mindestens 400 Jahre zurück und stehen vermutlich mit Pilgertraditionen aus Jerusalem in Verbindung.

Die Wachen tragen die traditionelle Tracht ihrer Heimatregion und werden von einem Harambaša angeführt. Während des Gottesdienstes beziehen jeweils zwei Wächter nördlich und südlich des symbolischen Grabes Christi Stellung. Sie wechseln regelmäßig ihre Positionen, bewegen sich still und würdevoll durch die Kirche und richten ihren Blick ununterbrochen auf das heilige Grabtuch. Die Ehrenwache folgt dabei einem eigenen rituellen Ablauf, ohne den liturgischen Vollzug zu unterbrechen. Vielmehr gilt sie als Ausdruck tiefer Volksfrömmigkeit und verbindet das kirchliche Gebet mit Symbolen der Wachsamkeit, Opferbereitschaft und des Schutzes des heiligen Grabes.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzbischof Tichon den Sonntagsgottesdienst in der Berliner Auferstehungskathedrale leitete.

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