„Abschluss als Beginn“ – Erste Absolventen der Orthodoxen Fernschule

Abschlussfeier der Orthodoxen Theologischen Fernschule in Krefeld: Erste Absolventen erhalten ihre Zertifikate nach dreijähriger Ausbildung. Foto: Diözese

An der Orthodoxen Theologischen Fernschule der Russischen Orthodoxen Kirche in Deutschland haben erstmals seit ihrer Gründung Studierende das dreijährige Ausbildungsprogramm vollständig abgeschlossen. Zwölf Absolventen erhielten nach bestandenen Prüfungen und erbrachten Studienleistungen in Krefeld ihre Zertifikate, während weitere Teilnehmer das Programm im Fernstudium absolvierten. Die Feier wurde von einer geistlichen Botschaft des Berliner Erzbischofs begleitet, der die Bedeutung theologischer Bildung für Kirche und Gesellschaft hervorhob, wie die Diözese auf ihrer Webseite berichtete.

Bei der Abschlussfeier überreichte Schulleiter Priester Alexej Veselov die Zeugnisse an die Absolventen. In einer verlesenen Grußbotschaft gratulierte Erzbischof Tichon von Rusa den Studierenden herzlich und bezeichnete den Abschluss als „freudigen Anlass für die gesamte Diözese“. Zugleich betonte er, dass der Erfolg nicht nur menschlicher Anstrengung, sondern auch Gottes Segen zu verdanken sei.

Theologische Bildung dürfe nicht als abgeschlossener Prozess verstanden werden, sondern markiere vielmehr den Beginn eines lebenslangen geistlichen Wachstums.

In seiner ausführlichen Botschaft hob der Erzbischof hervor, dass wahre Theologie nicht allein aus Wissen bestehe, sondern aus der lebendigen Beziehung zu Gott. Er rief die Absolventen dazu auf, ihr erworbenes Wissen mit Gebet, Gemeindeleben und der Teilnahme an den Sakramenten zu verbinden.

Viele der Absolventen engagieren sich bereits aktiv in ihren Gemeinden, etwa in der Katechese, der Jugendarbeit, im Kirchengesang oder in sozialen Projekten. Einige planen zudem eine weiterführende Ausbildung mit Blick auf den priesterlichen Dienst.

Neben den Absolventen bestanden auch Studenten der ersten beiden Jahrgänge ihre Jahresprüfungen erfolgreich. Besonders stark nachgefragt war erneut der einjährige Katechesekurs, den in diesem Jahr rund 90 Teilnehmer abschlossen. Während der Prüfungszeit wurde zudem eine Göttliche Liturgie gefeiert, an der Lehrer und Studenten aktiv mitwirkten und praktische liturgische Erfahrungen sammelten.

Parallel dazu befasst sich der Diözesanrat der Berliner und Deutschen Diözese mit der Weiterentwicklung der Hochschule. Diskutiert werden unter anderem neue Ausbildungsangebote sowie ein möglicher weiterführender Studiengang für Absolventen. Die steigende Nachfrage wird auch als Zeichen eines wachsenden Interesses an der Orthodoxie in Deutschland gewertet. Die Anmeldung für das kommende Studienjahr ist bereits eröffnet.

Die Fernschule ist Teil der St.-Barbara-Gemeinde in Krefeld und wird in Zusammenarbeit mit dem Christlich-Orthodoxen Informationszentrum e. V. betrieben. Die Schule gehört zur Berliner Diözese des Moskauer Patriarchats. Der Unterricht wird in deutscher Sprache in Form von Videokonferenzen durchgeführt. Die Dozenten aus verschiedenen Jurisdiktionen haben eine theologische Ausbildung und sind in das orthodoxe kirchliche Leben eingebunden.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Andrej in Lausanne feststellte: „Die geistliche Sicht eines Menschen bestimmt seinen gesamten Lebensweg.“

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