Bulgarien: Pilgerweg zu den Reliquien Johannes des Täufers eröffnet

Der als „Bulgarischer Camino“ bezeichnete Pilgerweg verbindet Malko Tarnovo mit Sozopol an der Schwarzmeerküste, wo die Reliquien des Heiligen Johannes des Täufers verehrt werden. Foto: Camino Bulgaria

Mit einem feierlichen Gebetsgottesdienst ist am 19. Juni 2026 in der bulgarisch-orthodoxen Kirche Mariä Himmelfahrt in Malko Tarnovo der neue „Pilgerweg zu den Reliquien des Heiligen Johannes des Täufers“ eröffnet worden. Die Initiative gilt als erster internationaler Pilger-, Kultur- und Tourismusweg dieser Art in Bulgarien und wird auch als „Bulgarischer Camino“ bezeichnet, wie das Patriarchat auf seiner Webseite berichtete.

Der Gottesdienst wurde von Metropolit Arsenij von Sliven geleitet. An der anschließenden Eröffnungsfeier nahmen neben lokalen Vertretern und den Initiatoren des Projekts auch Repräsentanten europäischer Pilgerorganisationen sowie Mitglieder des internationalen Netzwerks „Camino Europa Compostela“ teil.

In seiner Ansprache betonte der Metropolit die geistliche Dimension des Weges und erinnerte an das Wort Christi: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). Die Gläubigen rief er dazu auf, den Weg in Glauben, Demut und Liebe zu gehen.

Der neu geschaffene Pilgerweg führt auf rund 80 Kilometern von Malko Tarnovo durch das Strandzha-Gebirge bis nach Sozopol am Schwarzen Meer zur Kirche der heiligen Kyrill und Methodius, wo die Reliquien des heiligen Johannes des Täufers aufbewahrt werden. Diese waren 2010 bei archäologischen Ausgrabungen auf der Insel St. Ivan entdeckt worden und gelten seither als bedeutendes geistliches Ziel. Die Strecke ist in mehrere Tagesetappen gegliedert und kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Bei gleichmäßigem Gehtempo braucht ein Wanderer etwa fünf Tage.

Das Projekt wurde erst in den Jahren 2025/26 konkret entwickelt und orientiert sich ausdrücklich an bekannten europäischen Pilgerwegen wie dem Jakobsweg, der Via Francigena oder der Rota Vicentina. Geplant sind unter anderem ein Pilgerpass, Stempelstellen sowie eine entsprechende Infrastruktur entlang der Route. Ziel ist es, religiöse Pilgertradition mit kulturellem und touristischem Angebot zu verbinden und Bulgarien stärker in das europäische Pilgernetz einzubinden.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Irinej von Bačka in einem Interview über Glaubenszeugnis, Verfolgungserfahrungen und die geistliche Erneuerung des serbischen Volkes nach der kommunistischen Zeit sprach.

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