„Der heilige Nikolaj Velimirović ist für alle orthodoxen Christen von Bedeutung“

Erzpriester Josiah Trenham sprach bei seinem Besuch in Belgrad mit TV-Hram-Chefredakteurin Sanja Lubardić. Foto: TV Hram

Im Rahmen einer Pilgerreise in Serbien hat der bekannte orthodoxe US-Theologe Josiah Trenham in Belgrad dem serbisch-orthodoxen Sender TV Hram ein Interview gegeben. Darin spricht er über die wachsende Bedeutung der Orthodoxie in den USA, den Einfluss des heiligen Nikolaj Velimirović sowie über geistliche Orientierung in einer zunehmend entwurzelten Gesellschaft. Der Sender veröffentlichte das Gespräch mit TV-Hram-Chefredakteurin Sanja Lubardić am 12. Juni 2026.

Erzpriester Josiah Trenham würdigte in dem Interview die prägende Rolle des serbischen Heiligen Nikolaj Velimirović für das orthodoxe Christentum weit über Serbien hinaus. Der Heilige habe insbesondere in den Vereinigten Staaten nachhaltigen Einfluss ausgeübt – nicht zuletzt durch seine Aufenthalte und sein theologisches Werk, das bis heute in vielen Familien und Gemeinden rezipiert werde. Der Geistliche verwies zudem auf seine persönliche geistliche Prägung durch Schriften des Heiligen, die er seit Jahrzehnten liest und auch in der religiösen Erziehung seiner Kinder verwendet.

Mit Blick auf das wachsende Interesse an der Orthodoxie in den USA verwies Erzpriester Josiah Trenham auf die spirituelle Tiefe und Authentizität der Kirche. Viele Menschen kämen erstmals durch die Erfahrung der Liturgie in Berührung mit dem Glauben und empfänden dabei eine unmittelbare Gegenwart Gottes. Auch die zunehmende digitale Verbreitung orthodoxer Inhalte trage dazu bei, dass immer mehr Menschen Zugang zur Tradition der Kirche finden.

Der Geistliche schilderte zudem seine Eindrücke aus Belgrad, wo tausende Gläubige den Gürtel der Gottesmutter verehrten. Diese Form lebendiger Frömmigkeit sei Ausdruck eines tief verwurzelten Glaubenslebens. Besonders bewegt zeigte er sich von der Begegnung mit Patriarch Porfirije, der trotz eines langen Tages am Abend den direkten Kontakt zu den Gläubigen gesucht habe.

Abschließend richtete der Theologe eine geistliche Botschaft an Menschen, die sich orientierungslos fühlen. Viele Krisen seien auf eine Entfremdung von Gott und Kirche zurückzuführen. Sein Rat sei, den Glauben bewusst in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen und Christus an erste Stelle zu setzen, um inneren Frieden und Sinn zu finden.

Erzpriester Josiah Trenham, der der antiochisch-orthodoxen Erzdiözese von Nordamerika angehört, zählt zu den bekanntesten amerikanischen orthodoxen Theologen im digitalen Raum. Mit Vorträgen und Sendungen erreicht er ein breites Publikum, unter anderem über die YouTube-Plattform Patristic Nectar und den gleichnamigen Verlag.

Die UOJ berichtete zuvor, dass in Berlin die Bauarbeiten für eine mazedonisch-orthodoxe Kirche begonnen haben.

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