EU-Opferrichtlinie beschlossen: Kritik von Lebensschützern an Abtreibungsverweis

Cornelia Kaminski von der ALfA äußert Kritik an der EU-Richtlinie zum Opferschutz. Foto: Screenshot YouTube

Das Europäische Parlament hat eine überarbeitete Richtlinie zum Schutz von Kriminalitätsopfern verabschiedet. Während Verbesserungen breite Zustimmung finden, stößt ein erstmals enthaltener Verweis auf Abtreibung bei Lebensschutzorganisationen auf deutliche Kritik. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal kath.net am 23. Mai 2026.

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Die neue EU-Richtlinie stärkt Mindeststandards für Opfer von Straftaten, verbessert den Zugang zu Beratung, Entschädigung und rechtlicher Unterstützung und führt unter anderem eine europaweite Hotline ein. Ziel ist es, den Opferschutz innerhalb der Europäischen Union umfassend zu modernisieren.

Die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), Cornelia Kaminski, begrüßte diese Fortschritte grundsätzlich. Insbesondere Frauen, die Gewalt erlebt haben, benötigten niedrigschwellige Hilfsangebote, Traumatherapie und rechtliche Begleitung.

Kritisch bewertet Kaminski jedoch, dass in der Richtlinie erstmals der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen im Kontext sexueller Gewalt erwähnt wird. Dies sei eine sachfremde Verknüpfung: Abtreibung werde in einem Text zum Opferschutz verankert, obwohl sie thematisch nicht dazugehöre. Kaminski spricht von „Symbolpolitik“ und warnt vor einer schrittweisen politischen Aufwertung von Abtreibung auf EU-Ebene.

Die ALfA – eine überkonfessionelle und parteiunabhängige Bürgerinitiative mit rund 11.000 Mitgliedern, die sich seit 1977 für den Schutz des menschlichen Lebens von der Zeugung bis zum natürlichen Tod einsetzt – sieht zudem das Subsidiaritätsprinzip verletzt. Abtreibungspolitik liege in der Zuständigkeit der Mitgliedstaaten. Die Organisation appelliert daher an die Regierungen im EU-Rat, der Richtlinie in ihrer aktuellen Form nicht zuzustimmen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass in Düsseldorf der Grundstein für eine rumänisch-orthodoxe Kirche gelegt wurde.

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