Patriarch Daniil: „Lasst uns keine Angst davor haben, gegen das Böse zu kämpfen“
Patriarch Daniil betonte zum Georgstag die spirituelle Dimension des Festes.
Zum Georgstag am 6. Mai 2026 hat der bulgarisch-orthodoxe Patriarch Daniil die Gläubigen zu Mut und innerer Standhaftigkeit aufgerufen. In einem Fernsehinterview betonte er die geistliche Dimension des Feiertags und stellte den Kampf gegen das Böse – vor allem im eigenen Herzen – in den Mittelpunkt. Das bulgarische Patriarchat berichtete darüber auf seiner Webseite.
Der Georgstag gehört zu den wichtigsten Feiertagen in Bulgarien und verbindet religiöse Verehrung mit nationaler Identität. Er ist dem heiligen Georg gewidmet und zugleich Tag der Streitkräfte sowie ein weit verbreiteter Namenstag. Nach Angaben von Patriarch Daniil feiern rund 200.000 Bulgaren an diesem Datum ihren Namenstag, wodurch ein Großteil der Bevölkerung indirekt an den Feierlichkeiten beteiligt ist. Neben den weltlichen Aspekten wachse jedoch zunehmend das Interesse an der spirituellen Bedeutung des Tages, etwa durch Besuche in Klöstern und heiligen Stätten.
In seiner Ansprache im bulgarischen Fernsehsender BNT hob Patriarch Daniil hervor, dass der heilige Georg nicht nur als militärischer Schutzpatron verehrt werde, sondern vor allem als Vorbild im Glauben. Dessen Heiligkeit zeige sich in der Standhaftigkeit, den christlichen Glauben nicht zu verleugnen und sich nicht dem Bösen zu beugen. Daraus leite sich die zentrale Botschaft ab: Gläubige seien aufgerufen, mutig gegen das Böse anzutreten – zunächst im eigenen Inneren und darüber hinaus auch im gesellschaftlichen Umfeld.
Mit Blick auf aktuelle Konflikte unterschied der Patriarch zwischen einem zerstörerischen, irdischen Krieg und einem „gesegneten Kampf“, der ausschließlich geistlicher Natur sei. Dieser vollziehe sich im täglichen Ringen mit negativen Eigenschaften wie Hass, Neid, Gier oder Machtstreben. Jeder Mensch sei dazu berufen, diesen inneren Kampf zu führen. Wenn das Böse jedoch die Oberhand gewinne, könne es sich ausbreiten und historische Katastrophen hervorrufen – als Beispiel verwies der Hierarch auf den Zweiter Weltkrieg.
Zugleich unterstrich das Kirchenoberhaupt die Verantwortung der Kirche als moralische Instanz. Sie müsse Wahrheit bezeugen und politische Täuschungen aufdecken, um zu verhindern, dass Menschen im Glauben, Gutes zu tun, in Wirklichkeit dem Bösen dienen. Frieden bezeichnete er als göttliches Geschenk, das im Alltag leicht verloren gehe, etwa durch Streit oder verletzende Worte. Echter Frieden entstehe durch Reue, Vergebung und Liebe – nicht durch äußeren Zwang.
Abschließend richtete der Patriarch eine Gebetsbitte an die Gläubigen: Gott möge ihnen helfen, im geistlichen Kampf bis zum Ende standhaft zu bleiben. Die zunehmenden Konflikte in der Welt führte er auf die Entfremdung des Menschen von Gott und die Macht der Sünde zurück.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der Verlag Hagia Sophia die erste orthodoxe Bibelübersetzung auf Deutsch verlegt.
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