Die Kirche feiert den Gedenktag des Hl. Georg des Siegesträgers
Ikone des Großmärtyrers Georgios des Siegesträgers. Foto: aus öffentlichen Quellen
Am 6. Mai (23. April nach dem julianischen Kalender) feiert die orthodoxe Welt das Gedenken an den heiligen Großmärtyrer Georg des Siegesträgers. An diesem Tag finden in den Kirchen feierliche Gottesdienste zu Ehren des kriegerischen Bekenner statt, der durch seinen Märtyrertod die Überlegenheit des Glaubens über die irdische Macht bewiesen hat.
Der Heilige Georg wurde in Kappadokien in einer angesehenen christlichen Familie geboren. Sein Vater starb den Märtyrertod für Christus, als sein Sohn noch ein Kind war. Nachdem er in den Militärdienst eingetreten war, stieg Georg dank seines Verstandes, seines Mutes und seiner Kraft schnell zum Feldherrn auf und wurde zum Günstling des Kaisers Diokletian.
Doch seine glänzende Karriere hinderte ihn nicht daran, dem Herrn treu zu bleiben. Als der Herrscher mit grausamen Verfolgungen der Kirche begann, verteilte Georg seinen Besitz an die Armen und prangerte den Kaiser offen wegen seiner Ungerechtigkeit an.
Die Peiniger versuchten, den Willen des Heiligen durch raffinierte Folterungen zu brechen: Man ritt ihn auf dem Rad, warf ihn in ungelöschten Kalk und zwang ihn, in Stiefeln mit glühenden Nägeln zu laufen. Nach jeder Qual heilte der Engel des Herrn den Leidenden, und seine Standhaftigkeit führte sogar seine Feinde zum Glauben.
Da es ihm nicht gelang, einen Glaubensabfall zu erzwingen, befahl Diokletian im Jahr 303, Georg zu enthaupten. Für sein mutiges Zeugnis für die Wahrheit und seinen geistlichen Sieg über die Folterer nennt ihn die Kirche den Siegesreichen.
Die bekannteste posthume Tat des Heiligen war die Rettung der Tochter des Herrschers von Beirut vor einer schrecklichen Schlange. Georg erschien auf einem weißen Pferd und erschlug das Ungeheuer mit seinem Speer, was zu einer massenhaften Bekehrung der örtlichen Heiden zum Christentum führte.
Dieses Bild wurde zum Symbol für den Sieg Christi über die „alte Schlange“ – den Teufel – und hat sich in der orthodoxen Ikonographie etabliert.
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