Predigt in Hamburg: Die Suche nach Christus zählt mehr als das Äußere

Erzpriester Dionisij Idavajn betonte die Offenheit der Kirche für Suchende – unabhängig von äußeren Erscheinungen. Foto: Archiv

In einer Predigt in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Johannes von Kronstadt in Hamburg hat Erzpriester Dionisij Idavajn dazu aufgerufen, den Blick stärker auf die innere Hinwendung zu Christus zu richten statt auf äußere Erscheinungen. Im Mittelpunkt stand das Wort aus dem Johannesevangelium „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen“ (Joh 6,37). Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt am 30. April 2026 auf ihrem Telegram-Kanal.

Ausgangspunkt der Predigt war eine Diskussion innerhalb der Gemeinde über junge Menschen, die erstmals die Kirche besuchen, jedoch nicht den traditionellen Kleidungsgewohnheiten entsprechen. Erzpriester Dionisij Idavajn kritisierte, dass sich die Aufmerksamkeit dabei zu sehr auf äußere Fragen richte, statt die geistliche Suche dieser Menschen zu würdigen.

Zwar erkenne die kirchliche Tradition eine gewisse Ordnung im äußeren Erscheinungsbild an, doch sei diese nicht entscheidend für die Zugehörigkeit zur Kirche. Entscheidend sei vielmehr, dass ein Mensch beginne, Gott zu suchen. Das Evangelium mache deutlich, dass Christus jeden annehme, der zu ihm komme.

Der Geistliche betonte in Hamburg, dass sich bei ernsthafter Hinwendung zu Christus auch das äußere Verhalten mit der Zeit verändern könne. Wichtiger sei jedoch, diesen ersten Schritt nicht durch Ablehnung oder strenge Maßstäbe zu behindern.

Zugleich warnte der Prediger langjährige Gemeindemitglieder vor geistlicher Gewöhnung. Äußere Frömmigkeit könne zur bloßen Form werden, wenn das innere Leben erkalte. Der Weg zu Christus beginne nicht mit der richtigen Kleidung – und er ende auch nicht mit ihr. 

Die UOJ berichtete zuvor, dass in Nürnberg die rumänisch-orthodoxe Diözesanversammlung begonnen hat.

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