Rumänische Kirche feierte erstmals Synaxis der heiligen Frauen

Patriarch Daniel würdigte die Rolle der Frauen in der Kirche. Foto: Ausschnitt aus der Ikone „Synaxis der Heiligen Rumänischen Frauen“.

Am Myrrhensonntag, dem 26. April 2026, hat Patriarch Daniel die heiligen Myrrhenträgerinnen als „Vorbilder an Mut, Glauben und Frömmigkeit“ gewürdigt. Zugleich stand der Tag in einem besonderen kirchlichen Kontext: Erstmals wurde in der Rumänischen Orthodoxen Kirche die Synaxis der rumänischen heiligen Frauen gefeiert, nachdem zuvor mehrere Heiligsprechungen erfolgt waren. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.

In seiner Ansprache in der Kapelle der Patriarchalresidenz hob Patriarch Daniel hervor, dass die Myrrhenträgerinnen durch ihre Treue und ihr Handeln zu „Lehrerinnen der Kirche“ geworden seien. Ihr Beispiel zeigt sich nicht in einer eigenen Lehre, sondern in der konkreten Ausprägung von Glauben, Demut und Liebe zu Christus. Besonders betonte er ihre Mut: Während die Jünger am Morgen der Auferstehung noch von Furcht geprägt waren, habe die Liebe der Frauen zu Christus die Angst überwunden.

Das Kirchenoberhaupt unterstrich außerdem die theologische Bedeutung der Auferstehungserzählung: Der vom Engel weggewälzte Stein habe nicht der Auferweckung Christi gedient, sondern dazu, die Frauen vom leeren Grab zu überzeugen. Für ihren Glauben seien sie mit der Begegnung mit dem Auferstandenen selbst belohnt worden und hätten als erste die Botschaft der Auferstehung verkündet – als „Apostelinnen der Apostel“.

Abschließend stellte der Patriarch die Myrrhenträgerinnen als Sinnbild aller gläubigen Frauen dar – von Müttern und Ehefrauen bis zu Nonnen. Gemeinsam mit der Gottesmutter stünden sie für ein Leben im Glauben, das sich in Opferbereitschaft, Gebet und Standhaftigkeit ausdrücke.

Die erstmalige Feier der Synaxis der rumänischen heiligen Frauen unterstreiche diese geistliche Tradition und rücke das Zeugnis heiliger Frauen im Leben der Kirche besonders in den Mittelpunkt. Mit einer feierlichen Liturgie hatte die Kirche die Heiligsprechung von 16 rumänischen Frauen am 6. Februar 2026 offiziell verkündet. 

Die UOJ berichtete zuvor, dass im Verlag Johannes A. Wolf eine neue Ausgabe der Schriftenreihe „Der Schmale Pfad“ erschienen ist.

Lesen Sie auch

Patriarch Porfirije nannte die in den Jahren 1992–1995 getöteten Serben „Märtyrer“

Der Vorsteher der Serbischen Kirche unterstrich, dass das Gedenken an die Märtyrer der Eckstein des wahren Friedens sei.

In Georgien fand eine Kreuzprozession zum 1700-jährigen Jubiläum des Christentums statt

Geistliche und Gläubige mehrerer Eparchien Georgiens vollzogen eine fünftägige Kreuzprozession von Goriǰvari zum Berg Thoti.

Neues Buch mit Fastenpredigten des heiligen Johannes von Kronstadt angekündigt

Verlag Hagia Sophia veröffentlicht erstmals deutschsprachige Auswahl geistlicher Texte des russischen Heiligen zur Großen Fastenzeit

Präsident Vučić besuchte das Kloster Alawerdi zum Abschluss seiner Georgien-Reise

Besuch in der Region Kachetien unterstrich kulturelle und geistliche Verbundenheit

Grundsteinlegung für nationales Jugendzentrum: Kirche investiert in junge Menschen

Rumänisches Patriarchat startete Großprojekt bei Bukarest – Bildungs- und Sozialzentrum für Tausende Kinder geplant

„Gefährlicher Präzedenzfall“: Patriarchat von Jerusalem kritisiert Landbeschlagnahme

Kirche spricht von illegalem Zugriff auf Eigentum und warnt vor wachsendem Druck auf Christen im Heiligen Land