„Die Kirche ist mehr als Gebet – dort geschieht ein Mysterium“

Erzpriester Dionisij Idavajn erläuterte im Livestream zentrale Gründe für den Kirchenbesuch.

Die russisch-orthodoxe Gemeinde des Heiligen Johannes von Kronstadt in Hamburg hat am 27. April 2026 eine neue Ausgabe ihres Videoformats „Frag den Priester“ veröffentlicht. In der aktuellen Folge beantwortet Erzpriester Dionisij Idavajn auf dem YouTube-Kanal Fragen zum Thema Sinn und Ablauf des orthodoxen Gottesdienstes und erklärt die Bedeutung von Liturgie und Kommunion.

Im Mittelpunkt der im Tschaikowski-Haus der Gemeinde als Livestream produzierten Folge steht die Frage, warum Gläubige überhaupt in die Kirche gehen sollten, wenn persönliches Gebet auch zu Hause möglich ist. Erzpriester Dionisij Idavajn betont, dass der Kirchenraum mehr sei als ein Ort des Gebets: In der Liturgie ereigne sich ein Mysterium, in dem der Mensch Gott begegne und geistliche Stärkung erfahre. Viele Gläubige nähmen aus dem Gottesdienst konkrete Impulse für ihr Leben mit.

Ausführlich erläutert der Geistliche der Hamburger Gemeinde die Struktur der Liturgie. Diese sei nicht nur ein Ablauf von Gebeten, sondern bilde symbolisch das Leben Jesu Christi nach – von der Verkündigung bis zur Auferstehung. Elemente wie Gesang, Weihrauch und Kerzen hätten dabei eine eigene Bedeutung: Sie unterstützten das Gebet, stellten eine Verbindung zwischen sichtbarer und unsichtbarer Welt her und machten die Feier auch sinnlich erfahrbar.

Ein zentrales Thema ist die Kommunion als Höhepunkt des Gottesdienstes. Sie wird als reale Gemeinschaft mit Christus verstanden, bei der Gläubige Leib und Blut Christi empfangen. Diese Teilnahme setze jedoch Vorbereitung voraus, etwa durch Gebet, Fasten und gegebenenfalls Beichte. Der Priester vergleicht die Liturgie mit einem Festmahl, zu dem alle eingeladen sind – wer teilnimmt, solle auch bewusst daran teilnehmen.

Auch Fragen aus dem Alltag wurden im Gespräch mit Moderatorin Alexandra Vidanov aufgegriffen, etwa zur Rolle des Chors, zum Stehen während des Gottesdienstes oder zur Bedeutung der Ikonostase. Diese trenne den Altarraum nicht, um etwas zu verbergen, sondern habe symbolischen Charakter und mache zentrale Glaubensinhalte sichtbar. Insgesamt will die Folge nach Angaben der Gemeinde besonders Einsteigern helfen, die orthodoxe Liturgie besser zu verstehen. 

Die UOJ berichtete zuvor, dass die Heilige Synode der Georgischen Kirche unter Beteiligung von 38 Hierarchen drei Kandidaten ausgewählt hat, die für die endgültige Wahl des Patriarchen vorgeschlagen werden.

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