Bulgarischer Bischof verließ Ostergottesdienst in Konstantinopel aus Protest

Bischof Isaac von Velbaghda während seines Besuchs in Konstantinopel; sein Verhalten bei den Osterfeierlichkeiten sorgte für Kontroversen.

Der Besuch des bulgarisch-orthodoxen Bischofs Isaac von Velbaghda in Konstantinopel hat Medienberichten zufolge zu kirchlichen Spannungen geführt. Der Hierarch soll sich geweigert haben, an bestimmten liturgischen Veranstaltungen während der Karwoche und zu Ostern teilzunehmen. Darüber berichtete das orthodoxe Nachrichtenportal orthochristian.com am 23. April 2026.

Bischof Isaac, zweiter Vikar des Metropoliten von Sofia, verließ demnach am Ostersonntag die Patriarchalkathedrale St. Georg im Phanar, nachdem dort Vertreter anderer christlicher Konfessionen anwesend waren. Hintergrund ist eine örtliche Tradition, bei der das Evangelium auch von römisch-katholischen, armenischen und syrisch-jakobitischen Geistlichen in verschiedenen Sprachen verlesen wird. Stattdessen verlas der Bischof die Osterbotschaft des Heiligen Synods der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche vor Gläubigen im Stadtteil Şişli.

Zusätzliche Irritationen entstanden bereits am Gründonnerstag, als ein begleitender Diakon während der Liturgie neben dem Ökumenischen Patriarchen auch den bulgarischen Patriarchen als „unseren“ erwähnte. Vertreter des Konstantinopler Patriarchats werteten dies als Verstoß gegen die kirchliche Zuständigkeit, da die Gemeinde formal dessen Jurisdiktion untersteht.

Medien, die dem Phanar nahestehen sollen, kritisierten das Verhalten der bulgarischen Delegation scharf und warfen ihr vor, kirchliche Traditionen zu missachten und einen Skandal provoziert zu haben. Sie betonten zugleich, die Einbindung nicht-orthodoxer Christen in die Feier sei Ausdruck brüderlicher Verbundenheit.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Daniil vor den Reliquien des heiligen Lazarus zu standhaftem Glauben aufrief.

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