Patriarch Daniil rief vor den Reliquien des heiligen Lazarus zu standhaftem Glauben auf
Verehrung der erstmals nach Sofia gebrachten Reliquien des heiligen Märtyrers Lazarus während der Festliturgie in der Kathedrale „Heilige Nedelya“.
In der Metropolitankathedrale „Heilige Märtyrerin Nedelya“ in Sofia wurde am Gedenktag des heiligen Märtyrers Lazarus von Bulgarien, dem 23. April 2026, eine feierliche Göttliche Liturgie unter Leitung des bulgarisch-orthodoxen Patriarchen und Metropoliten von Sofia Daniil begangen. Bereits am Vortag waren erstmals Reliquien des Heiligen in die bulgarische Hauptstadt gebracht worden; sie wurden auch am Festtag in der Kathedrale zur Verehrung ausgestellt und standen im Mittelpunkt der Frömmigkeit zahlreicher Gläubiger, wie das Patriarchat auf seiner Webseite berichtete.
Im Zentrum der Feier stand die Predigt des Patriarchen, der die österliche Botschaft als unerschütterliche Quelle christlicher Freude hervorhob. Der auferstandene Christus sei der „Bezwinger des Todes“, dessen Sieg die Kirche durch alle Zeiten getragen habe. Diese Gewissheit erfülle die Gläubigen mit Hoffnung und Stärke, auch angesichts von Prüfungen.
Mit Blick auf das Leben des Märtyrers Lazarus unterstrich Patriarch Daniil dessen Vorbildcharakter für die Gegenwart. Christen seien aufgerufen, den Glauben lebendig zu bewahren und nicht in Gleichgültigkeit zu verfallen. Wer im Glauben nachlasse, riskiere, den „großen Segen“ des Lebens mit Christus zu verlieren. Zugleich erinnerte der Patriarch daran, dass heutige Gläubige ihren Glauben meist ohne Lebensgefahr bekennen könnten, dennoch aber zur inneren Umkehr und geistlichen Disziplin verpflichtet blieben.
Abschließend betonte der Patriarch, dass das Beispiel des Märtyrers zeige, wie ein Mensch selbst unter schwersten Leiden im Glauben standhaft bleiben könne. Dies sei Ermutigung und Auftrag zugleich für die Gläubigen der Gegenwart. An der Heiligen Liturgie nahmen Bischof Johannes von Branitsa, erster Vikar des Metropoliten von Sofia, und Bischof Isaac von Velbaghda, zweiter Vikar des Metropoliten von Sofia, teil.
Der heilige Lazarus, ein bulgarischer Neumärtyrer des frühen 19. Jahrhunderts, stammte aus der Region um Gabrovo. Nach seiner Flucht ins Osmanische Reich arbeitete er als Hirte in Kleinasien. Durch eine falsche Anschuldigung geriet er vor Gericht, wo er trotz nachweislicher Unschuld verurteilt wurde. Unter Druck setzte man ihn mehrfach zur Annahme des Islam an, was er jedoch standhaft verweigerte.
Nach schweren Folterungen erlitt Lazarus schließlich am 23. April 1802 den Märtyrertod durch Erhängen. Zeitgenössische Berichte schildern außergewöhnliche Ereignisse im Zusammenhang mit seinem Tod und seinen Reliquien, die bald darauf von Gläubigen verehrt wurden. Heute gilt der Heilige als ein Beispiel standhaften Glaubens und wird in der orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die rumänisch-orthodoxe Pfarrschule in München unter den Schutz der heiligen Anastasia Şaguna gestellt wurde.
Lesen Sie auch
Orthodoxe Sicht auf die Eucharistie ohne Sensationswunder
Erzpriester Martinos Petzolt erläutert Verständnis der heiligen Kommunion und grenzt sich von westlichen Traditionen ab
Glaube und Ausdauer: Orthodoxer Lauf in Frankfurt angekündigt
Initiative „runthroughchrist“ lädt für den 27. Juni zum Glaubenslauf über rund neun Kilometer ein – Start am Willy-Brandt-Platz
Behörden der Ukraine und Russlands erklärten den Angriff auf die Lawra unterschiedlich
Die ukrainischen Behörden erklärten, die Mariä-Entschlafens-Kathedrale sei durch eine Drohne beschädigt worden, während das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation den Angriff auf die Lawra mit dem Absturz einer defekten „Patriot“-Flugabwehrrakete erklärte.
EU verhängte Sanktionen gegen Metropolit der ROK
In die aktualisierte Liste der Restriktionen wurden mehr als 80 Personen aufgenommen, denen die Unterstützung der Handlungen der Staatsgewalt vorgeworfen wird.
Gesamtdeutscher Kongress der orthodoxen Jugend wurde in Augsburg angekündigt
Rund 90 junge Gläubige aus verschiedenen Gemeinden kommen in Augsburg zu einem Kongress mit Gottesdiensten, Vorträgen und zwei Bischofsliturgien zusammen.
Patriarch Daniil betonte Verantwortung für Familien und Kinder
Predigt zur Bischofsvesper stellte Glauben als Grundlage für familiären Zusammenhalt heraus – anschließend „Prozession für die Familie“