„Wir sind berufen zu glauben – und durch den Glauben zu sehen“

Erzpriester Filip Milunović predigte in München. Foto: Gemeinde

In seiner Predigt zum Thomas-Sonntag (19. April 2026) in der serbisch-orthodoxen Gemeinde München hat Erzpriester Filip Milunović die Auferstehung Christi als zentrales Fundament des christlichen Glaubens hervorgehoben und die Gläubigen zu einem lebendigen Glaubenszeugnis aufgerufen. Darüber berichtete die deutsche Eparchie der serbisch-orthodoxen Kirche auf ihrer Webseite.

Ausgehend vom Osterfest, das als Übergang vom Tod zum Leben verstanden wird, betonte Erzpriester Filip Milunović die Bestimmung des Menschen zur Ewigkeit. Die Feier der Auferstehung erstrecke sich nicht nur auf einen einzelnen Tag, sondern werde in der gesamten Osterwoche als ein einziger geistlicher Moment erlebt, der die zeitliche Begrenzung des menschlichen Daseins übersteige.

Im Mittelpunkt der Predigt stand der Apostel Thomas, dessen Zweifel nicht als Schwäche, sondern als Teil des Glaubensweges verstanden werden sollten. Während Thomas erst durch das Sehen zum Glauben fand, seien die heutigen Gläubigen dazu berufen, durch den Glauben zur Erkenntnis zu gelangen.

Der Geistliche unterstrich, dass die Begegnung mit Christus konkret im Alltag erfahrbar sei – in Liebe, Freude, zwischenmenschlichen Beziehungen und auch im persönlichen Leid. Besonders hob er die Liturgie und die Eucharistie als unmittelbare Orte dieser Begegnung hervor.

Abschließend rief der Erzpriester dazu auf, den Glauben aktiv zu leben – durch Fasten, Beichte, Teilnahme an den Sakramenten und das Tragen des eigenen Kreuzes – und so mit dem eigenen Leben Zeugnis für Christus abzulegen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der orthodoxe Verlag Hagia Sophia ein neues Buch veröffentlicht, das 180 verheiratete Heilige als Vorbilder eines geistlichen Lebens in der Ehe vorstellt.

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