Predigt zum Thomas-Sonntag: Christus durchbricht verschlossene Herzen
Priester Matthias Fröse: Die Begegnung mit dem auferstandenen Christus überwindet Angst und innere Verschlossenheit und führt zu einem lebendigen Glauben.
Zum Thomas-Sonntag (19. April 2026) sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz in der Außenstelle Meisenheim über die innere Verschlossenheit des Menschen trotz vorhandenen Glaubens und die verwandelnde Kraft der persönlichen Begegnung mit dem auferstandenen Christus. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.
Ausgehend vom Evangelium nach Johannes (Joh 20,19–31) zeichnete Priester Matthias Fröse das Bild der Jünger, die sich trotz der Botschaft von der Auferstehung aus Angst hinter verschlossenen Türen zurückziehen. Diese äußere Situation deutete er als Spiegel eines inneren Zustands: Viele Gläubige lebten ihren Glauben, ohne dass er das Herz wirklich durchdringe. Eine gewisse Distanz, Unsicherheit oder Leere bleibe bestehen.
Entscheidend sei, so der Priester, dass Christus gerade in diese Verschlossenheit hineintrete – ohne Vorwurf, sondern mit dem Zuspruch des Friedens. Glaube beginne nicht mit menschlicher Anstrengung oder geistlicher Leistung, sondern mit dem Kommen Christi selbst. Es gebe keinen inneren Zustand, der Christus fernhalten könne.
Besondere Aufmerksamkeit widmete der Geistliche der Figur des Apostels Thomas. Dessen Zweifel sei nicht als Schwäche zu verstehen, sondern als Ausdruck des Verlangens nach echter, persönlicher Begegnung. Erst diese Begegnung führe zum tiefen Bekenntnis „Mein Herr und mein Gott“ und mache deutlich, dass Glaube mehr sei als bloßes Wissen oder Übernehmen fremder Erfahrungen.
Mit Blick auf die Apostelgeschichte (Apg 5,12–20) betonte Priester Matthias Fröse die Verwandlung der Jünger: Aus Angst werde Mut, aus Rückzug öffentliches Zeugnis. Nicht die äußeren Umstände hätten sich verändert, sondern die Menschen selbst – durch die Begegnung mit Christus. Auch heute gehe es daher nicht um größere Anstrengung, sondern um die Bereitschaft, Christus in das eigene Leben eintreten zu lassen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass ein israelischer Soldat im Libanon ein Kruzifix zerstörte.
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