„Wenn dein Auge böse ist, wird dein ganzer Leib finster sein“

Karfreitag als Moment der Stille: Priester Matthias Fröse richtet den Blick auf das geistige Auge und den inneren Zustand des Menschen.

Karfreitag als Moment der Stille: Priester Matthias Fröse richtet den Blick auf das geistige Auge und den inneren Zustand des Menschen.

In seinem 22. thematischen Videobeitrag außerhalb der Predigten spricht Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz in der Außenstelle Meisenheim über die Bedeutung des Nous, des „geistigen Auges“, für das christliche Leben und die Gotteserkenntnis im Kontext des Karfreitags. Die Gemeinde veröffentlichte den Beitrag am 10. April 2026 auf ihrem YouTube-Kanal.

Ausgehend von einem Wort Jesu aus dem Matthäusevangelium stellt Priester Matthias Fröse den inneren Zustand des Menschen in den Mittelpunkt. Das „Auge“, von dem Christus spreche, sei nach der Lehre der Kirchenväter nicht das äußere Sehorgan, sondern das innere Auge des Herzens, das die Wahrnehmung von Welt, Mitmenschen und Gott präge.

Gerade der Karfreitag führe, so der Geistliche in seinem Video, in eine besondere geistliche Tiefe: In der Stille unter dem Kreuz werde der Mensch mit seinem inneren Zustand konfrontiert. Die Frage nach der Klarheit oder Verdunkelung dieses geistigen Auges trete dabei besonders deutlich hervor.

Der Geistliche beschreibt, dass der Nous im Alltag häufig durch Zerstreuung, Gedankenflut und innere Unruhe verdunkelt sei. Anhand der Lehren geistlicher Autoren wie Gregor vom Sinai und Nikodemus vom Athos betont er die Notwendigkeit, den Geist zu sammeln und wachsam gegenüber den eigenen Gedanken zu werden.

Als Weg zur Reinigung nennt er die Rückkehr des Geistes in das Herz durch Gebet, Fasten und insbesondere das Jesusgebet. In der inneren Sammlung wachse ein tiefer Frieden, der nicht nur als Gefühl, sondern als beständiger Zustand verstanden werde. Daraus heraus verändere sich auch der Blick auf die Welt – hin zu größerer Klarheit, Zurückhaltung im Urteil und einer bewussteren Ausrichtung auf Gott.



Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbische Patriarch Porfirije in diesem Jahr zentrale Gottesdienste zum Osterfest im Kosovo begehen wird.


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