Erzbischof Tichon zelebrierte Karfreitagsmatutin mit zwölf Evangelien in Berlin

Kerzenlicht und Evangelienlesungen prägen die Karfreitagsmatutin in der Berliner Auferstehungskirche. Foto: Diözese

Am Vorabend des Karfreitags hat Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, in Berlin die Matutin mit der Lesung der zwölf Evangelien gefeiert. Der Gottesdienst gehört zu den eindrucksvollsten Feiern der orthodoxen Karwoche und erinnert an das Leiden und Sterben Jesu Christi. Darüber berichtete die Diözese auf ihrer Webseite.

Am Abend des 9. April 2026 zelebrierte Erzbischof Tichon in der Auferstehungskathedrale in Berlin die Matutin des Karfreitags. Im Zentrum standen die zwölf Evangelienlesungen, die die Passionsgeschichte Christi von Gethsemane bis zur Kreuzigung schildern. Zahlreiche Gläubige nahmen an dem Gottesdienst teil.

Im Verlauf der Feier wurde das Leiden Jesu in dichter liturgischer Form vergegenwärtigt. Die Gläubigen hörten die Evangelienberichte bei Kerzenlicht und antworteten nach jeder Lesung mit dem Ruf: „Ehre sei deiner Langmut, o Herr!“. Am Ende verehrten Geistliche und Gläubige gemeinsam das Kreuz.

Die Karfreitagsmatutin zählt zu den theologisch tiefsten und emotional eindringlichsten Gottesdiensten der orthodoxen Tradition. Sie führt die Gläubigen symbolisch an den Ort der Kreuzigung und lässt sie das Geschehen als geistliche Zeugen miterleben.

Liturgisch gehört die Feier zur orthodoxen Karwoche, in der das Leiden Christi als zentraler Bestandteil des Heilsplans Gottes betrachtet wird. Die Lesung der zwölf Evangelien bündelt die Passionsberichte und verdeutlicht die Bedeutung des Kreuzestodes als Weg zur Auferstehung. 

Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei zum Hochfest der Verkündigung über die Gottesmutter sprach.

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