Bischof Irenei: „Der moderne Mensch versteht nicht, was Heilung bedeutet“
Bischof Irenei während der Predigt in Genf.
Am letzten Tag der Großen Fastenzeit, am Übergang zur Karwoche, hat Bischof Irenei von London und Westeuropa in Genf über das Verständnis von Heilung im christlichen Glauben gesprochen. Im Zentrum seiner Predigt am Freitag, dem 3. April 2026, stand die geistliche Deutung von Leid und die Bedeutung des Sakraments der Krankensalbung, wie die Diözese der russischen Auslandskirche auf ihrer Webseite berichtete.
In seiner Ansprache zur Generalsalbung in der Kathedrale der Kreuzerhöhung betonte Bischof Irenei, dass der Ritus nicht der intellektuellen Belehrung diene, sondern dem Empfang göttlicher Gnade. Die Salbung sei ein Moment realer Begegnung mit Gottes heilender Kraft, die den Menschen an Leib und Seele berühre.
Ausgehend von der biblischen Verheißung im Jakobusbrief unterstrich der Bischof, dass Heilung keine bloße Hoffnung sei, sondern ein konkretes Versprechen Gottes. Zugleich machte er deutlich: „Der moderne Mensch versteht nicht, was Heilung bedeutet“. Viele deuteten Heilung ausschließlich als Befreiung von Schmerz und Leid.
Demgegenüber erklärte Bischof Irenei, dass Christus nicht die Abschaffung des Leidens verheiße, sondern dessen Verwandlung. Das Kreuz bleibe Bestandteil des christlichen Lebens, doch werde das Leiden durch Gottes Wirken in einen Weg zum Leben und zur Überwindung des geistlichen Todes verwandelt.
Abschließend hob der Bischof hervor, dass wahre Heilung oft in der inneren Umgestaltung des Menschen liege. Durch Geduld, Demut, Liebe und Vertrauen könne das Leiden selbst zu einem Mittel der geistlichen Erneuerung werden, das letztlich zur Vergebung der Sünden und zum ewigen Leben führe.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Matthias Fröse in seiner Predigt zu Palmsonntag fragte: „Folgen wir Christus oder folgen wir einer Stimmung?“
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