„Die Fastenzeit ist der entscheidende Moment unserer Ausbildung“

Erzpriester Matthias Zierenberg predigte am vierten Sonntag der Großen Fastenzeit über Jüngerschaft, Scheitern und Vertrauen auf Gott.

In seiner Predigt zum vierten Sonntag der Großen Fastenzeit, dem 22. März 2026, in der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen sprach Erzpriester Matthias Zierenberg über die Jüngerschaft als geistliche Ausbildung, über Scheitern im Glaubensleben und über die Notwendigkeit von Selbstverleugnung, Gebet und Vertrauen auf Gott. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Erzpriester Matthias Zierenberg verglich in seiner Predigt die Berufung der Apostel mit einer ungewöhnlichen Ausbildung: Christus suche „Auszubildende“, die nicht nur Wissen oder Fähigkeiten erwerben, sondern ihr ganzes Leben verändern sollen. Ziel der Ausbildung sei die Nachfolge Christi, die Selbstverleugnung und das Vertrauen auf Gott statt auf die eigenen Fähigkeiten.

Die Apostel hätten zunächst die Grundlagen des Glaubens gelernt, doch der schwierigste Teil ihrer Ausbildung sei der Kampf gegen das Böse gewesen. Dieser könne nicht aus eigener Kraft gewonnen werden, sondern nur durch Glauben, Gebet und Selbstaufgabe. Alles Wirken der Apostel geschehe letztlich durch Gott selbst, nicht durch menschliche Fähigkeiten.

Im Mittelpunkt der Predigt stand das Evangelium von der Heilung des besessenen Jungen (Mk 9,17-31). Besonders hob der Prediger den Satz des Vaters hervor: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ Darin zeige sich das Grundproblem des Menschen: Sünde, fehlende Selbstverleugnung und mangelnder Glaube verhinderten die Nähe zu Gott und damit auch sein Wirken im Menschen.

Abschließend betonte der Geistliche, dass auch Christen heute zur Heiligung berufen seien. Die Fastenzeit sei eine Zeit der geistlichen Ausbildung, in der auch Scheitern eine wichtige Rolle spiele. Entscheidend sei, immer wieder zu Gott zurückzukehren, gegen das eigene Ego zu kämpfen und Raum zu schaffen, damit Gott im Menschen wirken könne.



Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Alexej Tereschenko in Hamburg über Liebe, Verantwortung und Familienleben sprach.

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