Predigt im serbisch-orthodoxen Kirchenzentrum München: Kreuz als Weg zum Sinn

Priester Dejan Ristić zelebrierte am dritten Sonntag der Großen Fastenzeit. Archivfoto: Gemeinde Rosenheim
Im serbisch-orthodoxen Kirchenzentrum in München hat Priester Dejan Ristić am dritten Sonntag der Großen Fastenzeit (15. März 2026) über die Bedeutung des Kreuzes und die Suche nach Lebenssinn gesprochen. Die Predigt stellt die Spannung zwischen Selbstschutz und Hingabe in den Mittelpunkt und deutet das Kreuz als Zeichen gelebter Liebe und Hoffnung, wie die serbische Eparchie auf ihrer Webseite berichtete.
Priester Dejan Ristić beschrieb das menschliche Leben als geprägt von zwei grundlegenden Bestrebungen: dem Wunsch nach Sicherheit und Selbsterhalt sowie dem Streben nach einem tieferen Sinn. Diese innere Spannung führe zur Frage, ob das eigene Leben über den Alltag hinaus Bestand und Bedeutung habe.
Ausgehend von den Worten Jesu im Evangelium betonte der Priester die paradoxe christliche Botschaft: Wer sein Leben bewahren wolle, verliere es – wer es jedoch aus Liebe hingebe, finde es. Das Kreuz stehe dabei für die Bereitschaft, sich selbst zurückzunehmen und Raum für andere, für Vergebung und für Gott zu schaffen.
Christliche Vollkommenheit, so der geistliche weiter, bedeute nicht moralische Fehlerlosigkeit, sondern grenzenlose Liebe – auch gegenüber Feinden. Diese zeige sich im konkreten Alltag, etwa im Tragen der Lasten anderer, in Geduld und im Verzicht auf Vergeltung.
Abschließend verwies der Priester auf Christus als mitfühlenden Hohepriester, der menschliches Leid kenne. Das Kreuz sei deshalb nicht Symbol des Todes, sondern der Hoffnung und Ermutigung auf dem Weg durch die Fastenzeit.
Die UOJ veröffentlichte zuvor eine Videoreportage über die serbisch-orthodoxe Gemeinde in Kassel.
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