Metropolit Irinej sprach auf theologischer Konferenz in Moskau
Metropolit Irinej von Bačka nahm per Videokonferenz an einer theologischen Konferenz in der Moskauer Akademie des Sretenski-Klosters teil und würdigte dort den Protopresbyter Gavrilo Kostelnik.
Metropolit Irinej von Bačka, Bischof der Serbisch-Orthodoxen Kirche und Administrator der Eparchie Österreich, hat an einer gesamtrussischen wissenschaftlich-theologischen Konferenz in Moskau teilgenommen. Die Tagung fand am 9. und 10. März 2026 in der Theologischen Akademie des Sretenski-Klosters statt; der Metropolit war per Videokonferenz zugeschaltet, wie das Patriarchat auf seiner Webseite berichtete.
In seiner Ansprache würdigte Metropolit Irinej die Persönlichkeit des Protopresbyters Gavrilo Kostelnik (1886–1948). Der aus Ruski Krstur in der serbischen Bačka stammende Geistliche sei Initiator und „theologischer Kopf“ des Lemberger Konzils von 1946 gewesen, das die Union von Brest-Litowsk (1596) aufhob und die Vereinigung der griechisch-katholischen Christen Galiziens und des Karpatenrusslands mit der russisch-orthodoxen Kirche beschloss.
Priester Gavrilo Kostelnik habe nach einer zunächst unierten Priesterlaufbahn zunehmend erkannt, dass die Union mit Rom das orthodoxe Glaubens- und Liturgieverständnis nur oberflächlich bewahre. Ziel seines Wirkens sei deshalb die Rückkehr der Unierten zur Orthodoxie gewesen, besonders in Galizien und im Karpatenrussland – der Heimat seiner Vorfahren. Seine Tätigkeit habe unter schwierigen politischen Bedingungen stattgefunden, da sowjetische Behörden nach dem Zweiten Weltkrieg Einfluss auf die kirchlichen Entwicklungen in der Westukraine nahmen.
Der Metropolit erinnerte auch an Priester gavrilo Kostelniks gewaltsamen Tod: Am 20. September 1948 wurde der Geistliche in Lemberg auf offener Straße nahe seiner Kirche erschossen. Laut Darstellung des Metropoliten hatte der Kirchenmann sowohl Drohungen von Anhängern der Union erhalten als auch eine Zusammenarbeit mit sowjetischen Sicherheitsorganen abgelehnt.
Die Konferenz beschäftigte sich unter anderem mit der Union von Brest-Litowsk und ihren Folgen für die Orthodoxie, mit den Voraussetzungen der Rückkehr griechisch-katholischer Christen zur Orthodoxie nach dem Zweiten Weltkrieg sowie mit Geschichte, Bedeutung und kirchenrechtlichem Status des Lemberger Konzils von 1946. Weitere Themen waren die Entwicklung der Orthodoxie in der Westukraine sowie die heutigen Beziehungen zwischen der orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej in Italien die Liturgie feierte und die Bedeutung der kirchlichen Gemeinschaft in der Diaspora betonte.
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