„Der Glaube ist Antwort auf Gottes Ruf“ – Metropolit Grigorije in Frankfurt

Metropolit Grigorije bei der Göttlichen Liturgie in Frankfurt am Main. Foto: Gemeinde

Am 1. März 2026, dem Sonntag der Orthodoxie und ersten Sonntag der Großen Fastenzeit, hat Metropolit Grigorije in der serbisch-orthodoxen Auferstehungskirche in Frankfurt am Main die Göttliche Liturgie gefeiert, wie die Eparchie auf ihrer Webseite berichtete.

In seiner Predigt ging Metropolit Grigorije von Düsseldorf und Deutschland ausführlich auf das Evangelium des Sonntags  (Joh 1,43-51) ein. Die Begegnung zwischen Philippus und Nathanael zeige, wie Menschen Gott suchen und zugleich oft von Vorurteilen geprägt seien. Nathanaels skeptische Frage, ob aus Nazareth etwas Gutes kommen könne, erinnere daran, dass Menschen dazu neigten, andere aufgrund einzelner Beispiele zu verallgemeinern, obwohl jeder Mensch nach dem Bild Gottes geschaffen sei.

Zugleich betonte der Geistliche, dass Gott den Menschen bereits kenne und ihm vorausgehe. Im Evangelium werde deutlich, dass Christus Nathanael schon gesehen habe, bevor dieser ihm begegnete. Der Mensch meine oft, Gott zu suchen, tatsächlich aber sei es Gott, der den Menschen zuerst finde und zum Glauben rufe. Der Glaube sei daher eine Antwort auf diese Einladung Gottes.

Im zweiten Teil seiner Predigt erinnerte der Metropolit an den historischen Hintergrund des Sonntags der Orthodoxie. Das Fest gedenkt des Sieges der Ikonenverehrung im Jahr 843 in Byzanz und bestätigt die Beschlüsse des Siebten Ökumenischen Konzils von 787. Die Verehrung der Ikonen gründe in der Menschwerdung Christi: Da Gott Mensch geworden sei, könne er auch bildlich dargestellt werden. Die Ehre, die einer Ikone erwiesen werde, gelte nicht dem Bild selbst, sondern dem dargestellten Urbild.

Nach der Göttlichen Liturgie fand eine Prozession mit Ikonen statt. Auch an anderen Gottesdienstorten der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Frankfurt wurden Liturgien gefeiert und Ikonenprozessionen zum Sonntag der Orthodoxie abgehalten.

Die UOJ berichtete zuvor, dass eine panorthodoxe Vesper in Zürich die Einheit der Orthodoxie betonte.

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