Serbische Synode enthob Metropolit Justin vorläufig seines Amtes

Die Heilige Synode der Serbisch-Orthodoxen Kirche leitete ein Verfahren gegen Metropolit Justin von Žiča ein und setzte einen Administrator für die Diözese ein. Foto: Wikipedia

Die Heilige Synode der Bischöfe der Serbisch-Orthodoxen Kirche hat Metropolit Justin von Žiča vorläufig von der Leitung seiner Diözese entbunden und ein Verfahren zur Prüfung seiner kanonischen Verantwortung eingeleitet. Zum Administrator der Diözese wurde bis zur nächsten Sitzung des Heiligen Bischofskonzils Metropolit Arsenij von Niš ernannt. Dies teilte das serbische Patriarchat am 18. Februar 2026 auf seiner Webseite mit.

Nach Angaben der Synode erfolgte die Entscheidung auf Grundlage kirchlicher Kanones sowie der Kirchenverfassung. Hintergrund sind Ergebnisse einer regulären Überprüfung materieller und finanzieller Angelegenheiten der Diözesen, die seit 2023 durchgeführt wird. Dabei hätten kirchliche Kommissionen Beweismaterial gesammelt, das auf zahlreiche kirchenrechtliche Vergehen hinweise.

Der Pressemitteilung zufolge soll Metropolit Justin mehrere Unternehmen gegründet, deren Aktivitäten verschleiert und sich selbst als Eigentümer eingetragen haben. Zudem habe er Dutzende kirchliche Immobilien in Kraljevo und Čačak ohne Genehmigung verkauft, millionenschwere Verträge abgeschlossen sowie illegale Kredite vergeben. Die Synode spricht von beispiellosen finanziellen Unregelmäßigkeiten, die auch strafrechtliche Folgen haben könnten.

Zugleich wies die Kirchenleitung Darstellungen zurück, wonach es sich bei den Maßnahmen um politische Verfolgung handle. Die Prüfung sei eine rein innerkirchliche Angelegenheit, für die ausschließlich die zuständigen kirchlichen Gremien verantwortlich seien.

In der öffentlichen Debatte wurde der Metropolit zuletzt auch wegen seiner wohlwollenden Stellungnahmen zu den Studentenprotesten in Serbien wahrgenommen; er hatte wiederholt Kritik an Gewaltanwendung geäußert und den Demonstrierenden moralische Unterstützung zugesprochen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Andrej und Metropolit Teodosije im Kloster Gračanica zelebrierten.

Lesen Sie auch

Erzbischof Tichon: Die Märtyrer Boris und Gleb zeigen den Weg des Friedens

Der Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland würdigte die ersten russischen Heiligen als Vorbilder christlicher Demut und Versöhnung

Vortrag beleuchtete den geistlichen Weg von Arsenie Boca von Prislop und sein Hauptwerk

Erzpriester Dr. Iosif-Cristian Rădulescu stellte auf der Theologischen St.-Justin-Konferenz in Geilnau das Leben, die Lehre und das geistliches Vermächtnis des Heiligen vor

Einbrecher stahlen Reliquien des heiligen Martin aus Kirche in Neuss

Die Täter hinterließen Blutspuren am Altar der katholischen Kirche und entwendeten neben den Reliquien auch ein Messbuch, das wenig später in der Nähe wiedergefunden wurde.

Religionsunterricht in Österreich bleibt trotz Debatten fest verankert

Rumänisch-orthodoxer Priester Cătălin Florin Soare verweist auf staatliche Unterstützung des konfessionellen Religionsunterrichts und sieht keine grundlegende Gefährdung des Systems

Bund Katholischer Unternehmer kritisierte geplante Wohngeldkürzung

Verband warnte vor Nachteilen für Familien, sinkenden Erwerbsanreizen und einer Verlagerung in die Grundsicherung

Hawaii-Ikone der Gottesmutter besuchte Patienten im Krankenhaus in Sofia

Patriarch Daniil spendete gemeinsam mit Bischof Irenei und einer Delegation der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland den Kranken den Segen