Frankreich: Politische Gewalt forderte Leben eines jungen Katholiken

Trauer um einen jungen Christen: Teilnehmer einer Gedenkaktion halten in Lyon eine französische Flagge mit Porträt und Forderung nach „Gerechtigkeit für Quentin“. Foto: Thoma Espas/Linked In

In Lyon ist ein 23-jähriger Student nach einem gewaltsamen Angriff im Umfeld einer politischen Veranstaltung gestorben. Quentin Deranque, der sich in einer traditionsverbundenen katholischen Gemeinschaft engagierte, erlag wenige Tage nach der Tat seinen schweren Verletzungen. Der Vorfall löste landesweit eine politische Debatte über Extremismus und Gewalt aus, wie das katholische Nachrichtenportal CNA berichtete.

Die Auseinandersetzung ereignete sich am 12. Februar 2026 nahe dem Institut d’études politiques während eines Vortrags der politisch links einzuordnenden Europaabgeordneten Rima Hassan von der Partei La France Insoumise. Vor dem Gebäude hatte die dem identitären Spektrum zugerechnete Frauengruppe „Collectif Némésis“ eine Protestaktion organisiert. Unterstützer des Verstorbenen erklärten, Deranque habe als Teil einer informellen Sicherheitsgruppe agiert, als es zu einem Angriff der mutmaßlichen Antifa-Sympathisanten kam.

Französischen Medien zufolge beteiligten sich rund 40 bis 50 Personen an den gewaltsamen Szenen. Der Student erlitt durch Schläge und Tritte ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, wurde ins künstliche Koma versetzt und starb später im Krankenhaus. Nach Angaben aus seinem Umfeld empfing er zuvor die Krankensalbung.

Der junge Mann war erst kürzlich zum Katholizismus konvertiert und engagierte sich unter anderem in einer Gemeinde der Priesterbruderschaft St. Petrus sowie bei einer traditionsverbundenen Wallfahrtsbewegung. 

Politisch sorgte der Fall für scharfe Reaktionen: Innenpolitiker machten die „Ultralinke“ verantwortlich, während Staatspräsident Emmanuel Macron den Gewaltausbruch verurteilte und zu Ruhe und Respekt aufrief. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter; bislang wurden mehrere Tatverdächtigen festgnommen, Videoaufnahmen werden ausgewertet.

Die UOJ berichtete zuvor, dass die Ramadan-Beleuchtung in Frankfurt eine erneute Debatte auslöste.

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