Priester Matthias Fröse: „Nicht das Fallen zählt – sondern das Aufstehen“

Priester Matthias Fröse spricht in einem Videovortrag über den geistlichen Neubeginn nach persönlichen Rückschlägen.

Priester Matthias Fröse spricht in einem Videovortrag über den geistlichen Neubeginn nach persönlichen Rückschlägen.

In seinem 14. thematischen Videobeitrag außerhalb der Predigten spricht Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz in der Außenstelle Meisenheim über den geistlichen Umgang mit persönlichem Scheitern, die Unterscheidung zwischen Reue und Selbstverurteilung sowie den Weg der Hoffnung im orthodoxen Glaubensleben. Die Gemeinde veröffentlichte den Beitrag am 17. Februar 2026 auf ihrem YouTube-Kanal.

Ausgangspunkt des Vortrags ist die Erfahrung vieler Gläubiger, trotz guter Vorsätze immer wieder zu fallen – etwa im Gebet, im Fasten oder im Alltag. Priester Matthias Fröse betont, dass diese innere Stimme der Entmutigung nicht von Gott komme. Unter Berufung auf die Heiligen Väter erklärt er, dass der orthodoxe Weg nicht im fehlerlosen Leben bestehe, sondern im ständigen Wiederaufstehen nach dem Fall.

Besonders hebt der Priester den Unterschied zwischen echter Reue und zerstörerischer Selbstverurteilung hervor. Während Reue den Menschen zu Gott führe und Heilung ermögliche, lasse Selbstverurteilung ihn in Hoffnungslosigkeit zurück. Die Kirche sei daher kein Ort für Perfekte, sondern ein Raum für Verwundete, die den Weg der Demut gehen.

Anhand praktischer Beispiele aus Gebetspraxis und Fasten warnt der Geistliche davor, nach Rückschlägen ganz aufzugeben. Geistliches Wachstum verlaufe oft nicht geradlinig, sondern in wiederkehrenden Bewegungen von Fall und Aufstehen. Gerade diese Erfahrungen könnten Demut, Geduld und Mitgefühl mit anderen vertiefen.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Beichte, die der Priester nicht als Gericht, sondern als Ort der Heilung beschreibt. Gläubige sollten nicht warten, bis sie sich verbessert hätten, sondern gerade nach einem Fall den Schritt zur Beichte wagen. Entscheidend sei ein Herz, das immer wieder zu Gott zurückkehrt und im Vertrauen neu beginne. 



Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Daniel Schärer in Zürich predigte: „Es gibt beim Jüngsten Gericht nur eine einzige Frage: Hast du geliebt?“
 
 

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