Proteste gegen geplanten „Harry Potter Gottesdienst“ im Erzbistum Paderborn

Die Herz-Jesu-Kirche in Herne wird zum Schauplatz eines umstrittenen Themen-Gottesdienstes, der zwischen moderner Verkündigung und kirchlicher Tradition polarisiert. Foto: Arnoldius/Wikipedia
Im römisch-katholischen Erzbistum Paderborn sorgt ein angekündigter ökumenischer „Harry Potter Gottesdienst“ in der Herz-Jesu-Kirche in Herne für Kontroversen. Während ein katholischer Verein mit einer E-Mail-Petition gegen die Veranstaltung mobilisiert, betont das Bistum die missionarische Absicht und theologische Grundlage des Projekts. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal kath.net am 16. Februar 2026.
Für den 28. Februar ist in Herne ein thematisch gestalteter Wortgottesdienst angekündigt, der sich ausdrücklich an „Fans und Hogwarts-Neulinge“ richtet. Laut Einladung soll ein Abend „zwischen Kerzen, Licht und Finsternis“ entstehen, der Hoffnung thematisiert; Besucher dürfen verkleidet erscheinen. Das Format versteht sich als ökumenisches Angebot mit Bezug zur populären Romanreihe.
Der katholische Verein Christkönig fordert die Absage und verweist auf mehrere hundert Protest-E-Mails an das Erzbistum. Kritiker sehen in der Veranstaltung eine „okkulte und magische“ Nutzung eines Kirchenraums und warnen vor einer Entweihung sakraler Orte.
Das Erzbistum Paderborn verteidigt hingegen den Gottesdienst. Angesichts sinkender religiöser Kenntnisse sei es notwendig, die christliche Botschaft in zeitgemäßer Form zu vermitteln. Elemente aus der Gegenwartskultur könnten helfen, Zugänge zum Glauben zu eröffnen und Brücken zur Heiligen Schrift zu schlagen.
Zugleich betont das Bistum, dass literarische Motive nicht auf einer Ebene mit der Bibel stünden. Die Harry-Potter-Bezüge dienten lediglich als didaktische Anknüpfungspunkte; Maßstab bleibe das Evangelium. Vergleichbare Formate seien andernorts positiv aufgenommen worden, während die geäußerten Sorgen der Gläubigen in die weitere Planung einfließen sollen.
Bereits im vergangenen Jahr war das Erzbistum Paderborn bundesweit in die Kritik geraten: Beim Kulturprogramm zum Jubiläum „1250 Jahre Westfalen“ wurde im Paderborner Dom eine umstrittene Tanzperformance gezeigt, bei der unter anderem tote Hühner als Requisiten im Altarraum verwendet wurden. Die Darbietung löste Proteste unter Gläubigen aus und führte zu einer öffentlichen Entschuldigung der Verantwortlichen.
Vor diesem Hintergrund sehen Kritiker auch den geplanten „Harry Potter Gottesdienst“ besonders sensibel und verweisen auf eine aus ihrer Sicht wiederkehrende Grenzverschiebung im Umgang mit sakralen Räumen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass in Köln ein seltener römischer Hausaltar entdeckt wurde.
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