Eheschließungen in Deutschland auf historischem Tiefstand

Immer weniger Menschen in Deutschland entscheiden sich für eine Eheschließung vor dem Standesbeamten, gleichzeitig steigt das durchschnittliche Heiratsalter.

Die Zahl der Eheschließungen in Deutschland hat 2024 den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik im Jahr 1950 erreicht. Gleichzeitig steigt das Alter bei der ersten Heirat vor dem Standesbeamten deutlich an, während der Anteil verheirateter Menschen an der erwachsenen Bevölkerung seit Jahren rückläufig ist. Dies berichtete das Statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung vom 5. Februar 2026.

Nach Angaben der Behörde wurden 2024 insgesamt 349.200 zivile Ehen geschlossen. Rund 79 Prozent der Eheschließenden heirateten erstmals, knapp drei Prozent der Ehen entfielen auf gleichgeschlechtliche Paare. Insgesamt lebten Ende 2024 etwa 34,6 Millionen Erwachsene – rund die Hälfte der volljährigen Bevölkerung – in einer Ehe. 1994 lag dieser Anteil noch bei 60 Prozent.

Der Rückgang der Eheschließungen geht mit gesellschaftlichen Veränderungen einher: Immer mehr Menschen bleiben ledig. Ende 2024 waren 23,1 Millionen Erwachsene unverheiratet, ihr Anteil stieg innerhalb von 30 Jahren von 24 auf gut 33 Prozent. Besonders hoch ist der Anteil Verheirateter weiterhin bei den 65- bis 69-Jährigen, von denen etwa zwei Drittel verheiratet oder verpartnert sind.

Zugleich verschiebt sich der Zeitpunkt der Heirat nach hinten. Frauen waren 2024 bei ihrer ersten Eheschließung durchschnittlich 32,9 Jahre alt, Männer 35,3 Jahre – etwa sechs Jahre älter als noch 1994. Auch Scheidungen erfolgen später: Das Durchschnittsalter lag bei 44,6 Jahren für Frauen und 47,6 Jahren für Männer. Gleichzeitig dauern Ehen länger; die durchschnittliche Ehedauer bis zur Scheidung betrug 14,7 Jahre.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Heiratshäufigkeit leicht über dem EU-Durchschnitt. Während hierzulande 2023 rund 4,3 Eheschließungen je 1.000 Einwohner gezählt wurden, lag der EU-Wert bei 4,0. Die meisten Eheschließungen gab es in Rumänien, Lettland und Ungarn, die wenigsten in Slowenien, Italien und Bulgarien.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Matthias Zierenberg in Limburg über weltliche Ersatzbefriedigungen und die offene Tür Gottes predigte.

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