„Nicht die Lust ist unser Feind – der Feind ist die Entfremdung“

Priester Matthias Fröse spricht über die Umkehr vom Laster der Internetsucht.
In seinem 13. thematischen Videobeitrag außerhalb der Predigten spricht Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz (ROK) in der Außenstelle Meisenheim über Lust im Internet, geistliche Nüchternheit und den seelsorglichen Umgang mit inneren Kämpfen. Die Gemeinde veröffentlichte den Beitrag am 8. Februar 2026 auf ihrem YouTube-Kanal.
Aus orthodox-christlicher Perspektive nähert sich der Geistliche einem Thema, das viele Menschen beschäftige, jedoch selten ruhig und ohne Scham angesprochen werde. Priester Matthias Fröse betont, dass Lust als menschliche Regung nicht grundsätzlich sündhaft sei. Entscheidend sei vielmehr die innere Zustimmung zu Gedanken und die Gewohnheit, die daraus entstehen könne.
Unter Bezug auf Kirchenväter wie Johannes Klimakos oder Maximus den Bekenner beschreibt er, wie ungeordnete Begierden das Herz abstumpfen lassen könnten. Besonders im Internet werde Nähe oft nur vorgetäuscht: Bilder von Intimität ohne reale Beziehung schwächten laut dem Priester langfristig die Fähigkeit zu echter Begegnung und förderten Isolation.
Gegen moralischen Druck oder reinen Willenskampf setzt der Geistliche den geistlichen Weg der „Nepsis“, der inneren Wachsamkeit. Heilung beginne nicht durch Selbstverurteilung, sondern durch Ehrlichkeit, Beichte und geduldige geistliche Begleitung. Die Kirche verspreche keinen schnellen Sieg, sondern einen langsamen Prozess der Umkehr.
Abschließend ruft der Priester dazu auf, sich für persönliche Kämpfe nicht zu schämen, sondern sie ins Licht zu bringen und im kirchlichen Leben verwurzelt zu bleiben. In Liturgie, Gebet und Sakramenten könne Sehnsucht neu geordnet werden und zu echter Liebe wachsen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Matthias Zierenberg in Limburg über weltliche Ersatzbefriedigungen und die offene Tür Gottes predigte.
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