„Die menschliche Seele nährt sich nicht von Vergnügen, Geld oder Besitz“
Patriarch Daniil während der Göttlichen Liturgie in Sofia. Foto: Patriarchat
In der Metropolitankathedrale „Heiliger Johannes der Täufer“ hat der bulgarisch-orthodoxe Patriarch Daniil am Sonntag des verlorenen Sohnes (8. Februar 2026) die Göttliche Liturgie gefeiert. In seiner Predigt stellte er Umkehr, Demut und die väterliche Barmherzigkeit Gottes in den Mittelpunkt, wie das Patriarchat auf seiner Webseite berichtete.
In seiner Ansprache deutete Patriarch Daniil das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) als „Auferstehung im Leben eines Menschen“, der sich von der Sünde abwendet. Materieller Reichtum und Vergnügungen könnten die innere Leere nicht füllen, betonte der Patriarch. „Die menschliche Seele nährt sich nicht von Vergnügen, Geld oder materiellem Besitz, sondern von der Wahrheit, von Gemeinschaft und von der Liebe Gottes“, sagte er.
Der Patriarch warnte zugleich vor Selbstgerechtigkeit, die im Gleichnis durch den älteren Sohn verkörpert werde. Wer andere verurteile und eigene Fehler übersehe, verhärte sein Herz. Gott hingegen begegne dem Menschen nicht mit Neid oder Verurteilung, sondern mit väterlicher Liebe und warte auf die Umkehr jedes Einzelnen.
Mit Blick auf die nahende Große Fastenzeit rief das Kirchenoberhaupt zu aufrichtiger Reue und Demut auf. Umkehr sei „ein Weg vom Tod zum Leben“ und eröffne die Gemeinschaft mit Gott. Abschließend bat er um die Gnade, Blindheit der eingebildeten Gerechtigkeit zu überwinden und zu Gott zurückzukehren.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Johannes von Branitsa zum Überwinden weltlicher Spaltungen unter Gläubigen aufrief.
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