„Wenn in unseren Familien Frieden herrscht, dann ist diese Familie heilig“
Priester Konstantin Anikin während seiner Predigt in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin am Sonntag nach Theophanie. Foto: Screenshot YouTube
Am Sonntag nach Theophanie, dem 25. Januar 2026, predigte Priester Konstantin Anikin in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin (ROK) über die Umkehr als Voraussetzung für das Reich Gottes, über ein ausgewogenes Verständnis orthodoxen Lebens und über die zentrale Bedeutung der Nächstenliebe im heutigen Alltag. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend vom Evangelium nach Matthäus (4,12-17) erinnerte Priester Konstantin Anikin daran, dass Jesu erste Predigt mit dem Ruf zur Umkehr begann. Der Eintritt in das Reich Gottes wie auch in die Kirche setze nicht nur das Bekenntnis der Sünden voraus, sondern eine grundlegende Veränderung und Ausrichtung des Lebens nach Christus. Diese Aufforderung zur Buße sei zeitlos und gelte allen Gläubigen, nicht nur den Menschen zur Zeit Johannes des Täufers.
Zugleich warnte der Prediger vor einem falschen Verständnis von Orthodoxie, das sich ausschließlich an Regeln, Gebeten und äußeren Leistungen orientiere. Anhand eigener Erfahrungen schilderte er, wie überhöhte Erwartungen an sich selbst Menschen geistlich erschöpfen und sogar vom Glauben entfremden können. Nicht die bloße Erfüllung von Vorschriften, sondern Christus selbst und die Liebe zum Mitmenschen stünden im Zentrum des kirchlichen Lebens.
Der Geistliche verwies darauf, dass die Kirche angesichts einer zunehmend träger werdenden Welt mit anderen Maßstäben wirke als in früheren Zeiten. Heiligkeit bedeute heute nicht asketischen Rückzug, sondern gelebten Frieden im familiären und gesellschaftlichen Alltag. Durch Taufe und Zugehörigkeit zur Kirche seien die Gläubigen bereits geheiligt, zugleich aber aufgerufen, ihren Glauben konkret durch Nächstenliebe zu verwirklichen.
Abschließend rief der Prediger dazu auf, sich weniger von politischen und vergänglichen Themen bestimmen zu lassen und stattdessen Frieden und geistliche Klarheit zu suchen. Im Gebet zum heiligen Johannes dem Täufer, dem größten unter den Propheten, bat er um Fürsprache und göttliches Erbarmen für alle, die Orientierung auf ihrem geistlichen Weg suchen.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Porfirije die serbischen Wasserball-Europameister empfing.
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