Priester Konstantin Anikin: „Die Beichte ist unverzichtbar für Christen“
Priester Konstantin Anikin predigte in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin. Foto: Screenshot YouTube
Am Hochfest der Taufe des Herrn (Theophanie), dem 19. Januar 2026, predigte Priester Konstantin Anikin in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin (ROK) über das Erscheinen Gottes in der Welt, die geistliche Bedeutung der Taufe Christi und die bleibende Notwendigkeit von Umkehr und Beichte. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Priester Konstantin Anikin erinnerte daran, dass im frühen Christentum das Hochfest der Geburt Christi und die Theophanie an einem gemeinsamen Termin gefeiert wurden. Theologisch verbinde beide Feste die gleiche Wahrheit: Gott ist erschienen. In der Menschwerdung des Logos wie auch in der Taufe Christi im Jordan offenbare sich Gott selbst – bei der Theophanie als der Sohn in der Heiligen Dreifaltigkeit.
Ausgehend von der Taufe durch Johannes den Täufer erläuterte der Geistliche die alttestamentlichen und jüdischen Hintergründe ritueller Waschungen. Johannes habe diese Tradition aufgenommen, ihr jedoch eine neue Tiefe verliehen, indem er die Menschen ausdrücklich zu Umkehr und öffentlichem Bekenntnis der Sünden aufrief. Wasser sei dabei nicht nur ein äußeres Zeichen, sondern Träger einer geistlichen Wirklichkeit.
Im Blick auf das geistliche Leben betonte der Prediger die Bedeutung der „Taufe der Umkehr“, die sich heute im Sakrament der Beichte fortsetze. Unter Bezug auf die Psalmen beschrieb er Sünden als Last, die den Menschen bedrängt wie Wasser, das bis an die Kehle reicht. Die Beichte sei daher ein unverzichtbarer Weg zur Reinigung und zum Erhalt des Glaubens.
Zugleich hob der Priester die übergeordnete Dimension der Theophanie hervor: Durch die Berührung Christi werde das Wasser des Jordan geheiligt, und mit ihm die gesamte Schöpfung und die menschliche Natur. Das Fest erinnere die Gläubigen an ihre eigene Taufe, an das Versprechen der Treue zu Christus und zur Kirche sowie an den Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums. Die Segnung des Wassers sei schließlich ein Zeichen dafür, dass Gottes Gnade den Menschen, seine Umgebung und die ganze Welt erneuern wolle.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Altvater Johannes von Buchhagen über zentrale Missverständnisse zur Orthodoxie, das Verhältnis von Kirche und persönlichem Glauben, die Bedeutung der Sakramente sowie über Ikonenverehrung sprach.
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