Theophanie als gelebte Offenbarung – Glaube geschieht in der Wirklichkeit

Priester Matthias Fröse predigte in Meisenheim zur Taufe des Herrn. Foto: Screenshot YouTube

Priester Matthias Fröse predigte in Meisenheim zur Taufe des Herrn. Foto: Screenshot YouTube

Am Hochfest der Taufe des Herrn (Theophanie), dem 19. Januar 2026, sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz (ROK) in der Außenstelle Meisenheim über die Offenbarung Christi im Jordan, die Einheit von Weihnachten und Theophanie und die Wirklichkeit eines Glaubens, der nicht abstrakt bleibt, sondern gelebt wird. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.

Priester Matthias Fröse stellte die Theophanie in einen engen Zusammenhang mit dem Weihnachtsfest. Beide Feste bildeten kein loses Nebeneinander, sondern einen geistlichen Offenbarungsweg: Während an Weihnachten Gott in der Geburt Christi Mensch werde und in Verborgenheit in die Welt eintrete, trete derselbe Christus an der Theophanie öffentlich hervor und offenbare sich der ganzen Welt.

Im Mittelpunkt der Predigt stand die Taufe Christi im Jordan. Der Geistliche hob hervor, dass Christus freiwillig an den Ort der Buße gehe und sich nicht über die Menschen stelle, sondern sich neben sie einreihe. Damit offenbare Gott sich nicht aus Distanz, sondern in Nähe und Konkretheit. Unter Bezug auf die Kirchenväter betonte er, dass Christus durch sein Hinabsteigen in den Jordan die Schöpfung selbst heilige und Erlösung nicht nur verkündet, sondern real vollziehe.

Ausgehend vom geöffneten Himmel über dem Jordan machte der Prediger deutlich, dass orthodoxer Glaube keine bloß innere Überzeugung oder Idee sei. In einer zunehmend virtuellen und distanzierten Religiosität erinnere die Theophanie daran, dass Glaube Begegnung sei – verwirklicht in der Liturgie, den Sakramenten und der konkreten Gemeinde.

Abschließend verwies Priester Matthias Fröse auf die Offenbarung der Heiligen Dreifaltigkeit am Jordan: Der Sohn im Wasser, der Geist in Gestalt der Taube und die Stimme des Vaters. Wahrheit werde hier nicht erklärt, sondern gezeigt. Weihnachten und Theophanie stellten so dieselbe Frage an jeden Christen: Bleibt Christus eine Idee – oder wird er zur Wirklichkeit des eigenen Lebens.



Die UOJ berichtete zuvor, dass Altvater Johannes von Buchhagen über zentrale Missverständnisse zur Orthodoxie, das Verhältnis von Kirche und persönlichem Glauben, die Bedeutung der Sakramente sowie über Ikonenverehrung sprach.

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