„Christus ist der Anfang und das Ende, das Ziel der Schöpfung“

Patriarch Porfirije (M.) zelebrierte in der Kirche des Heiligen Propheten Elias in Belgrad. Foto: Patriarchat

Zum Fest der Erscheinung des Herrn hat der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije am Sonntag, dem 18. Januar 2026, in der Kirche des Heiligen Propheten Elias in Belgrad die zentrale Botschaft der Theophanie hervorgehoben: Jesus Christus ist nicht nur der Offenbarer Gottes, sondern Anfang, Maßstab und Ziel der gesamten Schöpfung und des menschlichen Lebens. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.

In seiner Predigt erinnerte der Patriarch daran, dass Geburt, Taufe und das gesamte irdische Wirken Christi von der frühen Kirche als Epiphanie verstanden wurden – als Offenbarung Gottes selbst. In Christus werde die ewige Wahrheit sichtbar, dass Gott einer ist in der Gemeinschaft der Heiligen Dreifaltigkeit. Die Taufe Jesu im Jordan, bei der der Heilige Geist herabkam und die Stimme des Vaters erklang, bezeuge, dass Christus der Messias, der Sohn Gottes und Erlöser der Welt ist.

Der Patriarch betonte, Christus sei nicht nur Gegenstand des Evangeliums, sondern das Evangelium selbst. In ihm erkenne der Mensch sowohl die Wahrheit über Gott als auch die Wahrheit über sich selbst: dass der Mensch als Abbild Gottes geschaffen ist und seine Erfüllung nur in unauflöslicher Gemeinschaft mit Gott findet. Das Evangelium sei daher keine Ideologie, kein bloßes Regelwerk und kein ethisches System, sondern Ausdruck eines neuen, verwandelten Lebens in Christus.

Die Gebote, so der Patriarch, seien nicht äußerer Zwang, sondern Einladung zu Umkehr, Sinneswandel und geistlichem Wachstum. Ein christliches Leben bedeute tägliche Verwandlung, ein Wachsen „von Tugend zu Tugend“, getragen von der Liebe, die Sinn und Mittelpunkt des Lebens sei. Diese Liebe müsse sich zuerst in der Familie und dann in allen menschlichen Beziehungen widerspiegeln, nach dem Vorbild Christi, der sich selbst hingibt, damit andere wachsen können.

Im Anschluss an die Heilige Liturgie wurden die Vesper und die traditionelle Wasserweihe zelebriert. Mehrere Bischöfe, Priester und Diakone der Serbisch-Orthodoxen Kirche konzelebrierten mit dem Patriarchen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass orthodoxe Bischöfe die Idee einer „Bosnischen Orthodoxen Kirche“ scharf zurückwiesen.


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