EU-Parlament hat für ein transnationalen Hilfsfonds für Abtreibungen gestimmt

Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg. Foto: hpd
Am 05. Januar 2026 erschien die Nachricht, dass das Europäische Parlament im Dezember einem Vorschlag zugestimmt hat, der Frauen in EU-Staaten mit restriktiven Abtreibungsgesetzen helfen soll, für einen Schwangerschaftsabbruch in ein anderes Mitgliedsland zu reisen. Mit 358 Ja-Stimmen bei 202 Gegenstimmen und 79 Enthaltungen wurde ein Fonds eingerichtet, der diese Kosten abdecken soll. Die Teilnahme der Mitgliedstaaten ist freiwillig, und sie können die Unterstützung nach ihren nationalen Regelungen gestalten. Darüber berichtete hpd.
Der Vorschlag entstand im Rahmen der Kampagne My Voice, My Choice, die bis September 2025 um eine Millionen Unterschriften gesammelt hat. Laut den Initiatoren haben rund 20 Millionen Frauen in Europa keinen sicheren Zugang zu Abtreibungen. Die Initiative kritisiert, dass Frauen in Ländern mit Abtreibungsverbot oft weite Wege zurücklegen oder unsichere Alternativen wählen müssen und dadurch gesundheitliche Risiken sowie finanzielle Belastungen entstehen.
Die Entscheidung wurde von Abgeordneten der liberalen Fraktionen als wichtiger Schritt für die Rechte von Frauen gewertet. Zum Beispiel Abir Al-Sahlani aus Schweden bezeichnete das Votum als Erfolg für den Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheitsversorgung. Auch die österreichische Grünen-Abgeordnete Meri Disoski begrüßte die Maßnahme. Kritiker, darunter die FPÖ-Abgeordnete Elisabeth Dieringer, sehen in dem Fonds jedoch einen Eingriff in die nationale Gesetzgebung. Die Umsetzung liegt nun bei der EU-Kommission, die bis März prüfen soll, wie der Fonds praktisch eingerichtet wird.
Zuvor hat die UOJ berichtet, dass eine Frauenorganisation mit der Herstellung von Abtreibungspillen begonnen hat.
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