„Die Sakramente gehören zur Kirche – ohne sie gibt es kein Christentum“

Bischof Irenei bei einer Lehrreihe über die Anathemen der orthodoxen Kirche – die Betrachtungen werden auf dem YouTube-Kanal „Patristic Nectar“ veröffentlicht. Foto: Screenshot YouTube

Am 31. Dezember 2025 veröffentlichte Bischof Irenei von London und Westeuropa der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) den vierten Teil seiner Lehrreihe über die Anathemen der orthodoxen Kirche. Darin erläutert er, warum die Sakramente, die Lehren der Kirchenväter und die Verehrung heiliger Ikonen untrennbar mit dem Leben der Kirche verbunden sind und wie die Anathemen der Kirche als pastorale Leitlinien die Treue zum orthodoxen Glauben schützen. Die Betrachtungen des Bischofs werden in englischer Sprache auf dem YouTube-Kanal „Patristic Nectar“ veröffentlicht.

In seinem Vortrag setzt Bischof Irenei von London die Reihe über die Anathemen der Orthodoxie fort, nachdem die ersten acht bereits behandelt wurden. Der neunte Anathema betont die zentrale Rolle der Sakramente in der Kirche. Wer die Sakramente ablehne oder sie außerhalb der Kirche ausübe, entferne sich vom wahren Christentum. Die Sakramente seien nicht symbolische Handlungen, sondern reale Mittel der Gnade, die die Kirche in ihrer Lehre und Praxis bewahre.

Der zehnte Anathema richtet sich auf die Lehren der heiligen Väter. Diese dürfen nicht losgelöst von der kirchlichen Gemeinschaft interpretiert werden. Die Autorität der Väter komme nur innerhalb der Kirche als Hüterin der göttlichen Offenbarung zur Geltung. Individuelle Auslegungen außerhalb dieses Rahmens führten in die Irre.

Der elfte Anathema behandelt die Verteidigung heiliger Ikonen. Wer Ikonen verspottet oder als Götzenbilder ablehnt, entfernt sich von der orthodoxen Tradition. Ikonen seien ein wesentliches Element des geistlichen Lebens, das zur Andacht anrege und als Vorbild christlicher Tugend wirke.

Bischof Irenei unterstreicht, dass diese Anathemen keine Flüche darstellen, sondern die Gläubigen vor Irrlehren bewahren und sie auf den Weg der Heiligung führen sollen. Historische Konflikte wie die ikonoklastischen Auseinandersetzungen des 8. Jahrhunderts oder andere kirchliche Streitfragen werden so zu zeitlosen pastoralen Leitlinien, die auch heute relevant sind.

Abschließend ermutigt der Bischof die Gläubigen, den Lehren der Kirche treu zu folgen und sich durch Gebet, Buße und Gehorsam in der Gemeinschaft des Glaubens führen zu lassen.

Folge 4: Sakramente, heilige Väter, Ikonen



Folge 3: Jungfrauengeburt, Heiliger Geist, Göttliches Gericht



Folge 2: Wesensgleichheit, Menschwerdung, Erlösung



Folge 1: Einführung, Gottesexistenz



Die UOJ berichtete zuvor, dass der rumänische Patriarch Daniel zum Jahreswechsel über Zeit und Ewigkeit reflektierte.

Lesen Sie auch

Patriarch Daniil: „Die Gnade Gottes wird in den Schwachen mächtig“

Neujahrsansprache des bulgarischen Kirchenoberhaupts betont Verantwortung der Christen und das Vorbild des heiligen Johannes von Rila

Erzbischof Tichon feierte in Berlin Gottesdienste zum Jahreswechsel

Zum Silvesterabend leitete der Diözesanadministrator liturgische Feiern in der Auferstehungskathedrale und der Kirche des heiligen Sergius von Radonesch.

„Die Sakramente gehören zur Kirche – ohne sie gibt es kein Christentum“

Im vierten Teil der Lehrreihe betonte Bischof Irenei die untrennbare Verbindung von Sakramenten, Lehren der Väter und Ikonen mit dem Leben der Kirche

Patriarch Porfirije rief zu Einheit und geistlicher Erneuerung auf

Zum Jahreswechsel blickt der serbische Patriarch auf das Sava-Jubiläum zurück und bekräftigt die orthodoxe Orientierung als Wegweiser für Kirche und Volk

Patriarch von Antiochia: Der Nahe Osten ist das Land der Christen

Während des Neujahrsgottesdienstes in Damaskus erklärte der Oberhaupt der Kirche von Antiochien, dass die Christen trotz Kriegen und Druck die Region nicht verlassen werden.

Anmeldung für orthodoxe Jugendkonferenz 2026 in Italien eröffnet

„Quo vadis, orthodoxe Jugend?“ – Treffen junger Orthodoxer aus ganz Europa bei Florenz