EU-Bischöfe kritisieren Urteil zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen

Die EU-Bischofskommission COMECE unter Präsident Bischof Mariano Crociata kritisiert das EuGH-Urteil als Eingriff in nationale Zuständigkeiten. Foto: Radio Vatikan

Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) hat das jüngste Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen in allen EU-Staaten deutlich zurückgewiesen. Die römisch-katholischen Bischöfe sehen darin eine Verwässerung nationaler Kompetenzen und warnen vor weitreichenden Folgen für das Familienrecht. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal CNA.

Der EuGH hatte entschieden, dass zwei polnische Männer, die in Deutschland eine gleichgeschlechtliche Ehe geschlossen hatten, diesen Status auch in Polen behalten können, obwohl das Land nur die klassische Ehe zwischen Mann und Frau anerkennt. Die COMECE unter ihrem Präsidenten Bischof Mariano Crociata zeigte sich „besorgt“ über diese Rechtsprechung und betonte, der Kernbereich nationaler Zuständigkeiten werde missachtet.

Als zentrale Grundlage verwiesen die Bischöfe auf Artikel 9 der EU-Grundrechtecharta, wonach Ehe und Familie nach nationalem Recht geregelt werden. Viele Mitgliedstaaten definierten die Ehe ausdrücklich als Verbindung zwischen Mann und Frau, teils sogar auf Verfassungsebene, heißt es in der Stellungnahme.

Die COMECE beklagte zudem eine „besorgniserregende Tendenz“, EU-Bestimmungen entgegen ihrem ursprünglichen Sinn auszulegen. Dies betreffe neben Artikel 9 auch Vorschriften zum Schutz des Status von Kirchen und religiösen Gemeinschaften. Der Gerichtshof messe der nationalen Identität und der öffentlichen Ordnung der Mitgliedstaaten eine „enttäuschend begrenzte Rolle“ bei.

Abschließend warnte die COMECE vor möglichen Folgen über den konkreten Fall hinaus. Das Urteil könne ähnliche Entwicklungen in anderen Bereichen des grenzüberschreitenden Familienrechts begünstigen – etwa im Hinblick auf künftige Regelungen zur Leihmutterschaft.

Die COMECE setzt sich aus den delegierten Bischöfen der katholischen Bischofskonferenzen auf dem Gebiet der Europäischen Union (EU) zusammen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzbischof Mario Delpini in Mailand vor einem Kollaps der Gesellschaft gewarnt hatte.

Lesen Sie auch

„Vollkommenheit beginnt, wenn unsere Herzen von jeder Bindung befreit sind“

Erzbischof Tichon von Rusa zelebrierte die Liturgie in München, Priester Anatoly Shefer predigte über den reichen Jüngling und den Weg zum ewigen Leben.

Erzpriester Matthias Zierenberg: Habsucht kann alle Tugenden verderben

Predigt in der serbisch-orthodoxen Gemeinde Limburg-Dietkirchen über den reichen Jüngling und den Weg zum ewigen Leben.

Vandale beschädigte orthodoxe Kirche im Kosovo

Der Täter zerschlug zwei Eingangstüren und die Außenbeleuchtung der mittelalterlichen Erlöserkirche in Prizren, einem der wichtigsten serbischen Denkmäler der Region.

Feuer beschädigt Kloster des Heiligen Propheten Elias in Kacapun

Brand im Schlaf- und Wirtschaftsgebäude des serbisch-orthodoxen Klosters im Süden Serbiens konnte rasch gelöscht werden.

Schweiz: Über 80 Prozent nordafrikanischer Asylsuchender in Strafverfahren erfasst

Schweizer Politiker forderten schnellere Abschiebungen von straffällig gewordenen Asylsuchenden.

Angriff auf Mönche in der Swjatohirsker Lawra in der Ukraine

In der Swjatohirsker Mariä-Entschlafens-Lawra in der Region Donezk wurde ein Mönch getötet. Zwei weitere Brüder des Klosters wurden verletzt.