Bischof Johannes: „Geschwätz haben wir außerhalb des Tempels schon genug“

Am bulgarischen Tag der christlichen Familie ruft Bischof Johannes zu Stille, Gebet und glaubwürdiger Erziehung im Glauben auf. Foto: Patriarchat

Beim Fest „Mariä Einführung in den Tempel“ am Freitag, dem 21. November 2025 – in Bulgarien zugleich Tag der orthodoxen Jugend und der Familie – stellte Bischof Johannes von Branitsa in Samokov nahe Sofia die Weitergabe des Glaubens in den Mittelpunkt. Seine Predigt rief Eltern dazu auf, ihren Kindern Stille, Gebet und Ehrfurcht im Gotteshaus vorzuleben. Darüber berichtete das bulgarische Patriarchat auf seiner Webseite.

In der Kirche „Einführung der Jungfrau Maria“ leitete Bischof Johannes mit dem Segen des bulgarisch-orthodoxen Patriarchen Daniil den Festgottesdienst zum Gedenktag Mariens. Der Feiertag hat in Bulgarien eine besondere Stellung: Er gilt als Tag der christlichen Familie und der Jugend, an dem der Zusammenhalt und die religiöse Erziehung besonders hervorgehoben werden.

In seiner Predigt erinnerte der Bischof an das biblische Ereignis des Einzugs Mariens in den Tempel und verband es mit einem deutlichen Aufruf an heutige Familien. Eltern müssten ihre Kinder im beharrlichen Gebet unterweisen und ihnen den ehrfürchtigen Umgang mit dem Gotteshaus vermitteln. „Wenn wir im Tempel Gottes wirklich beten wollen“, sagte Johannes, „müssen wir zuallererst still sein, dem Gottesdienst zuhören und beten. Im Gegensatz dazu stehen das Geschwätz und das leere Gerede, von dem wir außerhalb des Tempels in unserem Alltag schon genug haben.“

Der Bischof mahnte, dass Eltern zuerst sich selbst erziehen müssten, um ihren Kindern Glauben und Tugend glaubwürdig weiterzugeben. Kinder seien ein „Geschenk Gottes“, für das sie einmal Rechenschaft ablegen müssten. Diese Verantwortung umfasse vor allem die Anleitung im Gebet, in der Ehrfurcht und im respektvollen Verhalten im Gotteshaus.

Zum Abschluss gratulierte Bischof Johannes im Namen des Patriarchen allen Gläubigen zum Festtag. Nach der Liturgie wurden Wasser und ein festliches Mahl gesegnet; später besuchte der Bischof ein Konzert mit mehr als 200 Kindern zum Tag der christlichen Familie.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Daniil dazu aufrief, im Gebet den Engeln nachzueifern.

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