Metropolit Grigorije: „Unser Trost ist die unaussprechliche Gnade Gottes“

Die Liturgie im Dom des Heiligen Sava führte Metropolit Grigorije zu einer Predigt über die Wiederherstellung der menschlichen Seele und die heilende Nähe Christi. Foto: Eparchie

Am 16. November 2025, dem 23. Sonntag nach Pfingsten, zelebrierte der serbisch-orthodoxe Metropolit Grigorije von Düsseldorf und Deutschland die Heilige Liturgie im Dom des Heiligen Sava in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. In seiner Predigt deutete der Metropolit das Evangelium von der Heilung des besessenen Mannes aus dem Lukasevangelium (8, 26–39) als Ruf zur Erneuerung des menschlichen Herzens und zur Rückkehr zu innerer Einheit. Darüber berichtete die Eparchie auf ihrer Webseite.

Der Geistliche hob hervor, dass Christus dem Mann nicht nach Herkunft, Beruf oder Rang, sondern allein nach seinem Namen fragte. Darin liege ein entscheidender Schlüssel des Evangeliums: Gott wolle dem Menschen nicht eine Rolle, sondern sein wahres Wesen offenbaren. Der Name, so Grigorije, stehe für Identität, Wahrheit und die Würde des einzelnen Menschen vor Gott. Wo der Mensch diese innere Mitte verliere, werde er zerrissen, gebe sein geistliches Gleichgewicht auf und entferne sich von dem, als was Gott ihn geschaffen habe: ein einzigartiges, geeintes Wesen.

In der Schilderung des Evangeliums verlässt schließlich die zerstörerische Macht, die den Mann gequält hatte, sein Inneres. Bildhaft werde dies daran sichtbar, dass jene Kräfte nicht einmal von Tieren ertragen wurden, die nach kurzer Zeit zugrunde gingen. Während Tiere die zerstörerische Gegenwart nicht duldeten, hätten Menschen jedoch die heilende Nähe Christi gefürchtet und ihn gebeten, ihr Gebiet zu verlassen. Nicht nur das Böse, so der Metropolit, könne der Mensch schwer ertragen, sondern ebenso das Licht Gottes, wenn es die eigene Unwahrheit offenlegt.

Der ehemals Gequälte hingegen sitze nun gesund zu den Füßen Christi. Diese Szene beschrieb Metropolit Grigorije als Bild spiritueller Wiederherstellung: der Mensch kehrt zu Klarheit, Würde und geistiger Freiheit zurück. Doch statt ihn mitzunehmen, habe Christus ihn im Land zurückgelassen, damit er Zeugnis gebe von dem, was Gott am Menschen vollbringe. Heilung, so der Geistliche, sei nicht nur ein persönliches Geschenk, sondern ein Auftrag.

Der Metropolit rief die Gläubigen eindringlich dazu auf, vor Gott nicht zu fliehen, sondern die Wahrheit über sich selbst auszusprechen und sich an Christus zu wenden – im Gebet, im Ringen um innere Sammlung und im Dienst am Mitmenschen. Gottes Liebe sei verlässlich, verwandle das Herz und führe den Menschen zur Ganzheit seines Wesens zurück: „Er schenkt uns die Möglichkeit, wieder zu dem zu werden, der wir in Gottes Augen sind.“

Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbische Patriarch Porfirije den Einsatz des medizinischen Personals gewürdigt hatte.

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