Patriarch Porfirije: „Der Herr ist weder Revolutionär noch Sozialreformer“

Patriarch Porfirije predigte in der historischen St.-Georgs-Kirche in Anwesenheit georgischer Eminenzen über die befreiende Kraft des Evangeliums. Foto: Patriarchat

Der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije hat am Fest des Heiligen Georg am 16. November 2025 die Göttliche Liturgie in der St.-Georgs-Kirche von Belgrad gefeiert. An der Feier nahmen auch ranghohe Vertreter der Georgisch-Orthodoxen Kirche teil, darunter Metropolit Hilarion und Erzbischof Ephrem. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.

In seiner Predigt am St.-Georgs-Tag deutete der Patriarch das Evangelium von der Heilung des besessenen Mannes von Gerasa (Lk 8,26–39) als eindringlichen Hinweis darauf, dass jede Sünde die innere Freiheit des Menschen mindere. Wer dämonischen Kräften, Leidenschaften und ungeordneten Begierden Raum gebe, verliere schrittweise die Fähigkeit, sich dem Willen Gottes zu öffnen. Freiheit sei daher kein äußerer Zustand, sondern eine geistliche Wirklichkeit, die der Mensch nur in der Hinwendung zu Christus bewahren könne.

Der Heirarch hob hervor, dass der Gerasener erst durch die Begegnung mit Christus seine wahre Würde und Identität zurückgewonnen habe. Der Patriarch rief dazu auf, geistliche Heilung nicht als bloße religiöse Idee, sondern als Realität zu verstehen, die sich im Leben der Kirche verwirklicht. Der Kampf gegen die Sünde sei nicht moralistische Strenge, sondern Weg zu einem erneuerten Herzen.

Gleichzeitig kritisierte der Patriarch, dass viele Menschen – bereits zur Zeit Jesu wie auch heute – das Wirken Gottes vor allem unter ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten bewerten. Christus sei nicht gekommen, um wirtschaftliche Interessen zu sichern oder politische Programme zu erfüllen, sondern um Sünde, Teufel und Tod zu besiegen. Wer das Evangelium lediglich als Instrument eigener Ziele nutze, verfehle seinen Kern.

Zum Abschluss der Feier in einer der ältesten Kirchen Belgrads erinnerte Porfirije an die Einheit der orthodoxen Kirche über nationale Grenzen hinweg und würdigte die jahrhundertealte christliche Tradition Georgiens. Er bat um gegenseitige Gebete, besonders für die leidenden Gläubigen im Kosovo und in Metochien. Metropolit Hilarion übermittelte anschließend die Grüße des georgischen Patriarchen Ilia II.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbische Patriarch Porfirije den Einsatz des medizinischen Personals gewürdigt hatte.

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