Bundesbeauftragter für Religionsfreiheit: Christen „besonders betroffen“
Thomas Rachel setzt sich weltweit für Religionsfreiheit ein – besonders für Christen – und betont den universellen Schutz aller Glaubensgemeinschaften. Foto: Bundestag
Christen seien weltweit besonders häufig von Einschränkungen der Religionsfreiheit betroffen, sagte Thomas Rachel, der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, in einem Interview mit der „Tagespost“. Der CDU-Politiker, selbst kirchlich engagiert, verweist auf Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: Jeder Mensch habe das Recht, seine Religion frei zu wählen, zu wechseln oder auch kein Bekenntnis anzunehmen.
Für vier von fünf Menschen weltweit spiele Religion eine zentrale Rolle im Alltag. In säkular geprägten Gesellschaften wie Deutschland sei das Bewusstsein für Religionsfreiheit zurückgegangen, während in anderen Regionen der Welt die Verletzung dieses Rechts allgegenwärtig sei, sagte Rachel. Sein Amt möchte Betroffenen eine Stimme geben und über Gefährdungen aufklären. Der nächste Bericht zur weltweiten Lage der Religionsfreiheit werde in rund zwei Jahren erscheinen, erstellt unter Einbezug deutscher Botschaften, zivilgesellschaftlicher Organisationen, Wissenschaft und internationaler Netzwerke von Beauftragten für Religionsfreiheit.
Der Regierungsbeauftragte und Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel betont in dem Interview den universellen Charakter der Religionsfreiheit: „Wir bekennen uns zu der Freiheit jedes Menschen, seine Religion oder Weltanschauung zu leben, zu bekennen oder auch zu wechseln.“ Religiöse Akteure könnten sowohl Täter als auch Opfer sein; Ziel sei es, Brücken zwischen Weltanschauungen zu bauen und den interreligiösen Dialog zu fördern.
Christliche Hilfswerke und Kirchen in Deutschland liefern dem Beauftragten wichtige Informationen über die Verfolgung von Christen weltweit. Rachel betont, dass sein Einsatz zwar alle Glaubensgemeinschaften umfasse, die Christen aber aufgrund ihrer Größe besonders betroffen seien. Auch Asylfälle von Konvertiten, etwa aus dem Iran, würden berücksichtigt, wenn die Hinwendung zum Christentum im Heimatland Verfolgung nach sich ziehen könnte.
Die UOJ berichtete zuvor über eine Zunahme der Angriffe auf Christen in Indien.
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