Indien verzeichnet laut Studie 500% Anstieg von Angriffen auf Christen
Christen in Indien beim Gebet. Foto: Zenit.
Am 12. November 2025 veröffentlichte die Zeitung ZENIT Daten des Vereinigten Christlichen Forums, wonach die Zahl der Angriffe auf Christen in Indien in den letzten zehn Jahren um mehr als 500 % gestiegen ist: Von 139 Fällen im Jahr 2014 auf 834 im Jahr 2024; insgesamt wurden 4595 Angriffe auf Christen dokumentiert.
Vertreter christlicher Gemeinschaften bezeichnen diese Daten als schockierend: Es handelt sich um Angriffe auf Familien, Geistliche, Gebetshäuser und Gemeinschaften, die unter ständigem Druck leben. Das Vereinigte Christliche Forum betont, dass die Gewalt systematisch geworden ist.
Laut dem Koordinator des Forums, A. S. Michael, wurden allein zwischen Januar und September 2025 549 neue Fälle registriert. Dabei wurden nur 39 Fälle untersucht, was bedeutet, dass in fast allen Fällen die Angreifer straffrei bleiben und die Christen schutzlos sind.
Christliche Organisationen in Indien bringen den starken Anstieg der Angriffe mit der Politik der Partei in Verbindung, die seit 2014 an der Macht ist. In zwölf indischen Bundesstaaten, die von dieser Partei regiert werden, gelten „Anti-Konversionsgesetze“, die zur Ausübung von Druck eingesetzt werden: Christen werden bestraft, verhaftet und aufgrund einer einzigen Anzeige der „Zwangsbekehrung“ beschuldigt.
Hindu-Nationalisten führen regelmäßig Razzien in Dörfern durch, fordern „Umkehr“, drohen mit der Zerstörung von Gebetshäusern und greifen Gemeinden an. Besonders gefährdet sind christliche Dalits und Gläubige aus indigenen Völkern, die Diskriminierung und Einschüchterung ausgesetzt sind, was von den Behörden ignoriert wird.
Die Zeitung berichtet, dass christliche Organisationen in Indien für den 29. November eine Demonstration in Neu-Delhi vorbereiten, um den Schutz ihrer Gemeinden und ein Ende der zunehmenden Gewalt zu fordern. Die meisten Angriffe finden in den Bundesstaaten Uttar Pradesh, Chhattisgarh, Tamil Nadu, Karnataka und Madhya Pradesh statt – auf sie entfallen 77 % aller registrierten Fälle.
Zuvor hatte die UOJ darüber berichtet, dass Christen unter dem Vorwand der „nationalen Sicherheit” aus der Türkei ausgewiesen werden.
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