Priester Athanasie Ulea spricht über Emotionen, Sucht und Beziehungen
Priester Athanasie Ulea beschrieb in seinen Vorträgen Emotionen als Brücke zwischen Seele, Mensch und Gott. Foto: Gemeinde
Vom 26. bis 28. September 2025 war Priester Athanasie Ulea, zugleich Psychiater und Psychotherapeut, zu Gast in mehreren orthodoxen Kirchengemeinden in Niederösterreich und Wien. Im Mittelpunkt standen Themen an der Schnittstelle von Spiritualität, Psychologie und persönlicher Entwicklung – mit besonderem Fokus auf Emotionen und Kommunikation. Darüber berichtet die deutsche Metropolie der Rumänisch-Orthodoxen Kirche mit Sitz in Nürnberg auf ihrer Webseite.
Die Veranstaltungsreihe begann am Freitag in der Pfarrei Stockenau bei Krems. Nach der gemeinsamen Feier der Heiligen Liturgie mit Pfarrer Cezar Ungureanu referierte Pater Athanasie über den Zusammenhang von Gefühlen und Kommunikation. Er betonte: Emotionen seien „Indikatoren für Sünde“ – sie helfen, eigene Schwächen zu erkennen und heilende Wege einzuschlagen, ohne dabei andere zu verletzen.
Am Samstag zelebrierte der Priester gemeinsam mit Priester Cristian Ioan Popa die Heilige Liturgie in der Pfarrei Mödling. In der Predigt ging er auf das Thema Sucht ein – nicht nur als Abhängigkeit, sondern auch als Ersatz menschlicher Beziehung. Er zog Parallelen zur Heiligen Dreifaltigkeit, in der Liebe und Harmonie nur in Gemeinschaft möglich sind. Ähnlich sei der Mensch existenziell auf Beziehung angelegt: „Er kann nicht außerhalb der drei Grundelemente Frau, Mann und Kind leben.“
Am Samstagnachmittag fand in der Wiener Pfarrei St. Stephan ein interaktiver Workshop statt. Unter dem Titel „Wütend werden, aber keine Fehler machen! Emotionsmanagement für effektive Kommunikation“ vermittelte der Geistliche praktische Techniken der gewaltfreien Kommunikation. Die Teilnehmenden erarbeiteten gemeinsam Wege, wie sich emotionale Reaktionen konstruktiv in zwischenmenschliche Beziehungen einbringen lassen.
Später am Abend sprach er in der Wiener Pfarrei St. Andreas auf Einladung von Vater Nicolae Dura weiter über das Wesen des Menschen als „persönlich-soziales Wesen“. Gefühle seien dabei nicht Hindernisse, sondern Werkzeuge Gottes: „Emotionen sind wie Waffen, die Gott uns gegeben hat, um Sünde von uns selbst und anderen zu trennen.“
Der Sonntag stand im Zeichen der Liturgie in der Wiener Pfarrei St. Stephan. In seiner Predigt zum Evangelium vom wundersamen Fischfang rief Vater Athanasie zur Wandlung des eigenen Lebensberufs in eine gemeinsame Mission auf – als Antwort auf den Ruf Christi. Nur so könnten die „Traumata der Nacht“ in Licht und posttraumatisches Wachstum verwandelt werden.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die Rumänisch-Orthodoxe Kirche ihren Katechismus erstmals auf Deutsch veröffentlicht hat.
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