„Wilde Mittelalter-Zustände“: Abgeordneter kritisiert Übernahmen von UOK-Kirchen in der Bukowina

Volksabgeordneter Heorhij Masurashu. Foto: Facebook Masurashu

Volksabgeordneter Heorhij Masurashu. Foto: Facebook Masurashu

Der ukrainische Volksabgeordnete Heorhij Masurashu kritisierte auf seiner Facebook-Seite die gewaltsamen Übernahmen von Kirchen der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (UOK) durch die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) und bezeichnete sie als „wildes Mittelalter“. Zudem teilte er einen Beitrag der Gruppe „Вірні Чернівецько-Буковинської єпархії УПЦ“ über die gewaltsame Besetzung der Mariä-Himmelfahrtskirche in Dubowzi durch Mitglieder des „Rechten Sektors“.

Masurashu erklärte, dass er die Entscheidungen „einiger orthodoxer Gemeinden“, zur OKU zu wechseln, grundsätzlich ruhig hinnehme. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass solche Entscheidungen ausschließlich von den tatsächlichen Gemeindemitgliedern getroffen werden sollten – und nicht von „Einsatzgruppen“ aus benachbarten Dörfern, Gemeinden oder Regionen, oder von Personen, die nur zu Ostern in die Kirche gehen oder gar nicht.

Nach seiner Auffassung sollten nur jene ein Stimmrecht haben, „die regelmäßig an den Gottesdiensten in dieser Kirche teilnehmen, also ihre wirklichen Gemeindemitglieder sind und damit auch das moralische Recht haben, solche Fragen zu entscheiden“.

„Wenn man dann aber sieht, wie irgendwelche Halbstarken im Stil gewaltsamer ‚Busifkatoren‘ agieren und faktisch Raubübernahmen durchführen, dann fragt man sich: Sind wir in die wilden Zeiten des Mittelalters zurückgekehrt? Oder gar in die Zeit der Sklavenhalter? Oder sind wir ein demokratisches Land, das in die demokratische Europäische Union strebt?“, fragt der Abgeordnete.

Er rief dazu auf, sich zu fragen, „welche Emotionen die tatsächlichen Gemeindemitglieder dieser Kirchen nach solchen gesetzlosen Übernahmen gegenüber ihrem eigenen Staat empfinden?“.

„Auch sie sind Bürger der Ukraine. Und es ist keineswegs gesagt, dass sie weniger patriotisch sind als diejenigen, die glauben, dass man Kirchen einfach besetzen darf. Solche barbarischen Handlungen spielen nur den Feinden in die Hände, denen ein innerer Konflikt über ‚die falsche Sprache‘, ‚die falsche Kirche‘ oder ‚die falsche Partei‘ sehr willkommen ist“, betonte Masurashu.

Zuvor hatte SPZh berichtet, dass der „Rechte Sektor“ offen mit seiner Unterstützung der gewaltsamen Übernahme der UOK-Kirche in Dubowzi geprahlt hatte.

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