Heilige Afra von Augsburg: ein Beispiel für radikale Umkehr
Hannovers orthodoxe Gemeinde stellt die Märtyrerin in einer neuen Instagram-Reihe über die deutschen Heiligen des ersten Jahrtausends vor.
Die deutschsprachige orthodoxe Kirchengemeinde in Hannover, die zum Erzbistum der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa gehört, hat auf Instagram eine neue Videoreihe über die deutschen Heiligen des ersten Jahrtausends gestartet. In der ersten Folge wird die heilige Afra von Augsburg vorgestellt, deren Lebensgeschichte insbesondere als Beispiel für Umkehr und die verwandelnde Kraft der göttlichen Barmherzigkeit dargestellt wird.
Afra stammte der Überlieferung zufolge aus Zypern und gelangte nach dem Tod ihres Vaters über Rom nach Augsburg. Dort lebte sie zunächst als Prostituierte. Die Begegnung mit Bischof Narcissus und Diakon Felix führte zu ihrer Bekehrung. Nach sieben Tagen Gebet, Fasten und christlicher Unterweisung ließ sie sich gemeinsam mit ihrer Mutter taufen. Afra verschenkte ihren Besitz und schloss das Bordell. Damit wird ihre Geschichte als radikale Umkehr verstanden: Ein Mensch, der tief in Sünde gelebt hat, kann durch echte Reue und Gottes Gnade ein neues Leben beginnen.
Wegen ihres christlichen Glaubens wurde Afra beim Statthalter Gaius angezeigt. Sie verweigerte das geforderte heidnische Opfer und wurde daraufhin lebendig verbrannt. Ihre Mutter und drei Mägde bargen später ihre Reliquien und wurden dafür ebenfalls hingerichtet. Bereits im 6. Jahrhundert wurde Afras Grab zum Wallfahrtsort; ihre Gebeine werden bis heute in der Krypta der Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg verehrt. Die Gemeinde hebt an ihrem Beispiel besonders die christliche Botschaft hervor, dass niemand so tief gefallen ist, dass Gottes Barmherzigkeit ihn nicht erreichen und durch Umkehr erneuern kann.
Die Russisch-Orthodoxe Kirche führte 2023 den 3. Oktober als Gedenktag für mehr als ein Dutzend in Deutschland verehrte Heilige aus dem 2. bis 9. Jahrhundert ein, darunter auch Afra. Der Gedenktag ist der „Synaxis der Heiligen, die im deutschen Lande aufgestrahlt sind“, gewidmet.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Slobodan Tijanić in Frankfurt das Evangelium vom reichen Jüngling als Aufruf deutete, sich von dem zu lösen, was im eigenen Herzen den Platz Gottes einnimmt.