Patriarch Daniel: „Die Gottesmutter ist das Sinnbild der Kirche“
Der rumänisch-orthodoxe Patriarch erläuterte an Mariä Himmelfahrt die Bedeutung des Entschlafens und der Entrückung der Gottesmutter.
In der Rumänisch-Orthodoxen Kirche ist am 15. August 2026 das Fest Mariä Himmelfahrt begangen worden. Patriarch Daniel betonte in seiner Predigt in der historischen Kapelle des Heiligen Großmärtyrers Georg in der patriarchalischen Residenz die einzigartige Bedeutung der Gottesmutter für das Heilsgeschehen und das Leben der Kirche, wie das Patriarchat auf seiner Webseite berichtete.
Am Ende der Heiligen Liturgie erläuterte Patriarch Daniel, dass das Entschlafen der Gottesmutter nicht als bloße räumliche Verlagerung von der Erde in den Himmel zu verstehen sei. Vielmehr handle es sich um einen Übergang vom vergänglichen zum unvergänglichen Leben. Bei der Gottesmutter sei diese Verwandlung bereits vorweggenommen worden: Obwohl sie den Tod und die Trennung von Seele und Leib erfahren habe, sei ihr Leib nicht der Verwesung überlassen worden, sondern zusammen mit ihrer Seele in das ewige Leben eingegangen. „Ihr Übergang ist nicht einfach eine räumliche Verlagerung von der Erde zum Himmel, sondern auch eine Wandlung vom vergänglichen irdischen Leben hin zu einer unvergänglichen Existenz“, sagte der Patriarch.
Der Hierarch verwies in seiner Predigt zugleich auf die dogmatische Bedeutung der Bezeichnungen „Entschlafen“ und „Entrückung“. Das Fest werde nicht „Auferstehung“ oder „Himmelfahrt“ genannt, da diese Begriffe im eigentlichen Sinn auf Christus bezogen seien. Die Gottesmutter sei nicht aus eigener Kraft in den Himmel aufgefahren, sondern von ihrem Sohn in die Herrlichkeit aufgenommen worden. Dadurch werde ihre einzigartige Würde sichtbar: Sie sei der Mensch, der der Heiligen Dreifaltigkeit am nächsten stehe. In diesem Zusammenhang deutete der Patriarch auch die Ikone des Entschlafens, auf der Christus die Seele seiner Mutter in Gestalt eines Kindes in seinen Händen trägt.
Patriarch Daniel stellte die Gottesmutter darüber hinaus als Sinnbild der Kirche und als geistliche Mutter und Fürsprecherin der Menschheit dar. Sie verlasse die Welt nicht, sondern bleibe den Menschen in ihrer Not nahe. Besonders den Armen, Witwen, Waisen und allen, „die niemand mehr liebt“, gelte ihre mütterliche Fürsorge. „Die Gottesmutter verlässt weder die Welt noch die Menschheit“, betonte der Patriarch. Deshalb werde sie im liturgischen Leben der Orthodoxen Kirche auch als „Freude aller Bedrängten“ verehrt.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Reliquien des heiligen Gorazd, eines Schülers der heiligen Slawenapostel Kyrill und Methodius, nach 1200 Jahren nach Mähren zurückkehrten.