Behörden in Tschechien nahmen Metropolit Hilarion fest

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Metropolit Hilarion (Alfeev). Foto: Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen des Moskauer Patriarchats Metropolit Hilarion (Alfeev). Foto: Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen des Moskauer Patriarchats

Im Fahrzeug des Metropoliten sollen verbotene Substanzen gefunden worden sein.

Am 24. Mai nahmen tschechische Sicherheitsbehörden den Metropoliten der Russisch-Orthodoxen Kirche, Hilarion Alfeyev, fest. Nach Angaben des Telegram-Kanals des Metropoliten wurde er an einer Tankstelle angeblich wegen des Transports von narkotischen Präparaten festgenommen.

Laut Darstellung der Redaktion stoppte die Polizei das Fahrzeug nach der Abfahrt von der Kirche der Apostel Petrus und Paulus in Karlsbad. Im Wagen befanden sich Metropolit Hilarion sowie ein Kameramann. Nach Angaben des Metropoliten und seiner Verteidigung hätten die Beamten keine konkreten Gründe für die Kontrolle genannt und sofort mit der Durchsuchung des Fahrzeugs begonnen.

Während der Durchsuchung seien im Kofferraum vier kleine Behälter mit einer weißen Substanz „gefunden“ worden. Metropolit Hilarion weist jede Verbindung zu illegalem Drogenbesitz entschieden zurück und bezeichnet den Vorfall als Provokation.

„Ich habe keinerlei Verbindung zum illegalen Handel mit Betäubungsmitteln und hatte eine solche niemals. Für mich als Geistlichen ist allein schon die Vermutung einer solchen Beteiligung völlig falsch. Ich bestehe auf einer vollständigen, unabhängigen und rechtsstaatlichen Untersuchung des Vorfalls“, erklärte Metropolit Hilarion.

Der Anwalt des Metropoliten, Michal Pasovský, erklärte, dass die Umstände der Fahrzeugkontrolle und der anschließenden Durchsuchung „ernste Fragen“ aufwerfen würden. Nach Angaben der Verteidigung hätten zwei Polizeifahrzeuge das Auto bereits auf der Autobahn erwartet. Die Beamten hätten sofort die Dokumente des Metropoliten verlangt, obwohl kein Verkehrsverstoß vorgelegen habe.

Besondere Kritik äußerte die Verteidigung daran, dass Metropolit Hilarion während der Durchsuchung in den Verkaufsraum der Tankstelle geführt worden sei und die Kontrolle des Fahrzeugs nicht beobachten habe dürfen. Nach Ansicht der Anwälte liegen bislang keine Videoaufnahmen oder unabhängigen Zeugen der Durchsuchung vor. Zudem sei auffällig gewesen, dass die Beamten sich direkt auf den Kofferraum konzentriert hätten, während persönliche Taschen und andere Gegenstände offenbar nicht kontrolliert worden seien.

Die Verteidigung fordert nun die Sicherung sämtlicher Videoaufnahmen der Kontrolle sowie unabhängige Gutachten zu den gefundenen Substanzen, den Behältern und möglichen Fingerabdrücken oder DNA-Spuren. Zudem solle untersucht werden, wer vor der Kontrolle Zugang zum Fahrzeug hatte.

Nach Angaben des Pressedienstes des Metropoliten sei dem Vorfall eine längere Phase von Druck und Drohungen gegen Hilarion sowie die orthodoxe Gemeinde in Karlsbad vorausgegangen. Der Metropolit habe in den vergangenen Monaten mehrfach anonyme Drohungen erhalten, darunter auch Drohungen mit körperlicher Gewalt sowie Aufforderungen, seinen Dienstort zu verlassen.

Metropolit Hilarion leitete von 2009 bis 2022 das Außenamt des Moskauer Patriarchats. Im Jahr 2022 wurde er zum Metropoliten von Budapest und Ungarn ernannt, 2024 jedoch von der Leitung der Diözese entbunden und in den Ruhestand versetzt. Durch Beschluss der Synode wurde er später zum Dienst nach Karlsbad entsandt.

Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass in Österreich ein Mann in einer orthodoxen Kirche randalierte.

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