Patriarch Daniil: „Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes“
Bulgarisch-orthodoxes Kirchenoberhaupt ruft zu tätiger Nächstenliebe und geistlicher Vorbereitung auf die Große Fastenzeit auf
Am dritten Vorbereitungssonntag vor der Großen Fastenzeit (15. Februar 2026) leitete der bulgarische Patriarch Daniil die Göttliche Liturgie in der Kirche „Hl. Georg der Märtyrer“ in Dupnitsa. In seiner Predigt stellte er das Thema des Jüngsten Gerichts in den Mittelpunkt und betonte die christliche Liebe als entscheidendes Kriterium des Heils, wie das Patriarchat auf seiner Webseite berichtete.
Während der feierlichen Liturgie, die im südlich von Sofia gelegenen Dupnitsa von zahlreichen Geistlichen der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche mitgefeiert wurde, richtete Patriarch Daniil eine eindringliche Predigt an die Gläubigen. Er erklärte, dass das Jüngste Gericht nicht als bloße Drohung verstanden werden dürfe, sondern als Ausdruck der göttlichen Gerechtigkeit, die aus dem Sündenfall des Menschen hervorgegangen sei. Das in jedem Menschen verankerte moralische Gesetz zeige, dass wahre Gerechtigkeit nur durch die Liebe verwirklicht werde.
Mit Verweis auf die Worte des Apostels Paulus hob das Kirchenoberhaupt hervor, dass die Liebe die Erfüllung des Gesetzes sei. Christliche Liebe bedeute Selbsthingabe und die Bereitschaft, im Mitmenschen das Bild Gottes zu erkennen. Wer den Nächsten verachte, gefährde zugleich seine eigene Beziehung zu Christus, denn das entscheidende Kriterium des kommenden Gerichts sei, ob der Mensch Gott im anderen erkannt habe.
Patriarch Daniil unterstrich zudem die universale Barmherzigkeit Gottes, der seine Sonne über Gute und Böse gleichermaßen aufgehen lasse. Daraus leite sich der Auftrag ab, jedem Menschen Mitgefühl und Erbarmen zu schenken. Gerade in der Vorbereitungszeit auf die Große Fastenzeit rief er die Gläubigen dazu auf, ihr Gewissen zu prüfen und die Gebote der Liebe praktisch zu leben.
Die UOJ berichtete zuvor, dass ein Sammelband des orthodoxen Underground-Magazins „Death to the World“ erscheint.