Priester Matthias Fröse: „Echte Umkehr beginnt im Herzen“

24. November, 21:49 Uhr
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Priester Matthias Fröse bei der Predigt in der Außenstelle Meisenheim der russisch-orthodoxen Gemeinde Mainz. Foto: Screenshot YouTube Priester Matthias Fröse bei der Predigt in der Außenstelle Meisenheim der russisch-orthodoxen Gemeinde Mainz. Foto: Screenshot YouTube

Barmherzigkeit, Versöhnung und Selbstliebe im Spiegel des barmherzigen Samariters

In seiner Predigt zum 24. Sonntag nach Pfingsten, dem 23. November 2025, sprach Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz (ROK) in der Außenstelle Meisenheim darüber, wie Barmherzigkeit, Versöhnung und der Mut zur Wahrheit das Leben erneuern können. Die Predigt wurde auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde veröffentlicht.

Der Geistliche stellte das Gleichnis vom barmherzigen Samariter aus dem Lukasevangelium (10,25–37) in den Mittelpunkt seiner Auslegung. Er erklärte, dass der Verwundete die Menschheit symbolisiere, die durch Sünde verletzt sei, während der Samariter Christus selbst repräsentiere, der Heilung und Fürsorge bringe. Dabei seien die Sakramente und die Kirche als Herberge Orte der geistlichen Heilung.

Er hob hervor, dass das Gleichnis nicht nur die Pflicht zur Nächstenliebe illustriere, sondern auch die Bedeutung der Versöhnung betone. Der Gläubige sei aufgerufen, Gleichgültigkeit, Groll und alte Verletzungen zu überwinden, um selbst zum Werkzeug der Barmherzigkeit zu werden. Auch die kleinen alltäglichen Gesten der Hilfe, der Vergebung und der Aufmerksamkeit für andere Menschen hätten geistliche Tragweite und spiegelten das Handeln Christi wider.

Priester Matthias Fröse erläuterte weiter, dass die Beziehung zu Gott das Fundament eines christlichen Lebens sei. Ohne das rechte Verhältnis zu Gott, etwa durch vernachlässigtes Gebet oder oberflächliche Frömmigkeit, gerate auch die Liebe zum Nächsten aus dem Gleichgewicht. Die Beichte werde somit als Rückkehr zu Gott verstanden, als Chance, die eigene Haltung zu prüfen, zu heilen und die Barmherzigkeit Christi zu erfahren.

Anschließend verband der Geistliche das Gleichnis mit den Zehn Geboten, gegliedert in drei Richtungen der Liebe: zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst. Der Priester betonte, dass echte Nächstenliebe nicht nur äußere Religiosität erfordert, sondern ein offenes und barmherziges Herz. Ebenso sei Selbstliebe notwendig, um andere wahrhaft lieben zu können, ohne in Egoismus zu verfallen. „Echte Umkehr beginnt im Herzen“, so der Geistliche.

Abschließend forderte er die Gläubigen auf, in der Beichte Heilung zu suchen und die Liebe Christi in allen drei Dimensionen – zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst – wieder neu zu erfahren. Nur so könne man selbst barmherzig handeln und die Kraft der göttlichen Barmherzigkeit im Alltag weitertragen.



Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzbischof Tichon in Singen am Bodensee zum Gemeindejubiläum zelebrierte.


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