Patriarch Daniel: „Der Mangel an Gebet ist der Anfang des Irrwegs“
Der rumänische Primas rief zu Glaube, Nächstenliebe und geistigem Reichtum statt materiellem Besitz auf
Der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel betonte am Sonntag, dem 23. November 2025, während der Heiligen Liturgie in der Patriarchalresidenz, dass der wahre Reichtum eines Menschen vor Gott nicht im Besitz materieller Güter liegt, sondern im Teilen der von Gott empfangenen Gaben mit anderen. Darüber berichtete das Patriarchat auf seiner Webseite.
In seiner Predigt zum Evangelium vom reichen Toren (Lk 12,16–21) erläuterte der Patriarch, dass ein Mangel an Gebet und Dankbarkeit den Menschen auf den Irrweg der Selbstbezogenheit und materielle Versklavung führt. Wer nur auf materielle Gewinne fixiert ist, lebe in Isolation und verlerne, wahrhaft zu sehen und zu handeln. Wahrer Reichtum zeige sich in geistigen Tugenden wie Liebe, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Frieden, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung und Reinheit.
Der rumänische Primas wies zudem auf die gesellschaftliche Dimension hin: Gier beginne im Herzen des Einzelnen, wirke sich aber auf Familien, Nachbarn und ganze Gemeinschaften aus und könne zu Konflikten und Kriegen führen. Deshalb sei es notwendig, den eigenen Besitz in Nächstenliebe umzuwandeln und Verantwortung gegenüber anderen zu übernehmen.
Er erinnerte zugleich an die philanthropische Tradition der Kirche: Seit den ersten Jahrhunderten rief sie Herrscher, Wohlhabende und Gläubige dazu auf, Almosen zu geben und den Armen zu helfen, da durch diese Taten Christus selbst auf geheimnisvolle Weise in die Gemeinschaft kommt. Abschließend mahnte der Patriarch: „Lasst uns geistig und seelisch bereichern durch Glauben, Güte und gute Taten, indem wir Fasten mit Gebet und Almosen verbinden.“
Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Daniel junge Menschen zur Gemeinschaft ermunterte.